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Diagnosen

Agoraphobie

Ursprünglich umfasste der Begriff Agoraphobie nur die sogenannte Platzangst, also das Vermeiden weiter Plätze oder größerer Menschenansammlungen. Heute gelten auch die Furcht vor Reisen oder davor, alleine eine Reise zu unternehmen als typisch für eine Agoraphobie. Bei ausgeprägten agoraphobischen Symptomen verlassen die Betroffenen ihr Zuhause nicht mehr oder nicht mehr ohne Begleitung.

Symptome

Charakteristisches Merkmal der Agoraphobie ist die unrealistische Angst der Betroffenen, in Situationen zu geraten, in denen sie im Falle einer Bedrohung nicht entkommen könnten. Die Menschen befürchten etwa, sie könnten gerade in dieser Situation einen Herzinfarkt erleiden oder ohnmächtig werden, ohne dass ihnen jemand zu Hilfe käme. Andere haben Angst davor, nur unter peinlichen Umständen gerettet werden zu können. Im Extremfall führt die Agoraphobie, wie jede übertriebene Angst, zu einer sehr eingeschränkten Lebensweise. Die quälenden Gedanken und Gefühle setzen dann schon ein, bevor die Wohnung überhaupt verlassen wurde. Diese Patienten sind dann nicht mehr in der Lage auszugehen und geraten in völlige Isolation.

Zusätzliche Panikstörung

Fast immer tritt die Agoraphobie kombiniert mit einer Panikstörung auf. Lediglich 5 % der Betroffenen sind hiervon ausgenommen. Auch kann die Agoraphobie eine posttraumatische Belastungsstörung begleiten. Eine Agoraphobie wird in den meisten Fällen durch einen vorhergehenden traumatischen Angstanfall ausgelöst, dem wiederum lang anhaltende, sehr belastende Lebensumstände vorausgehen können. Eine gewisse Veranlagung zur Ängstlichkeit sowie eine überbehütete Kindheit oder traumatische Erfahrungen der Hilflosigkeit können ebenfalls Faktoren sein, die der Störung zu Grunde liegen.

Psychotherapie bei Agoraphobie

Die Agoraphobie kann mit mehreren Methoden behandelt werden. Während im Rahmen einer tiefenpsychologisch fundierten Behandlung der Schwerpunkt auf dem Erleben, Verstehen und Verarbeiten liegt und es um ein sanftes Verändern, ein Loslassen von den Zugrundeliegenden Mustern geht, konzentrieren sich verhaltenstherapeutische Techniken auf eine Verhaltensänderung.

Bei einer Konfrontationstherapie beispielsweise erwirbt der Patient zunächst Einsicht in die Mechanismen der Angstentstehung und erlernt Verfahren der Angstkontrolle wie Entspannungsübungen oder Autosuggestion. Dann konfrontiert sich der Patient bewusst mit einer Angst auslösenden Situation und lernt sie auszuhalten. Dadurch wächst das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, sich in der Situation adäquat verhalten zu können. Am wirkungsvollsten und schnellsten ist dabei die unmittelbare Konfrontation mit einer stark Angst auslösenden Situation. Oft kann sich der Patient dazu jedoch nicht entschließen, so kann auch mit einer weniger beängstigenden Situation begonnen und die Intensität allmählich gesteigert werden.