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Diagnosen

Arbeitslosigkeit

Die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Belastungen, die mit Arbeitslosigkeit einhergehen, sind in der Medizin und Psychologie seit langem bekannt. Erste Forschungen zum Thema entstanden bereits in den 1930er Jahren. Damals nahm man an, dass die individuellen psychischen Reaktionen auf Arbeitslosigkeit einem gesetzmäßigen Verlauf folgen, der nach etwa einem Jahr mit der fatalistischen Akzeptanz der Situation schließe.

Die Folgen von Arbeitslosigkeit

In sozialer Hinsicht führt Arbeitslosigkeit oft zu Statuseinbußen, zum Verlust sozialer Kontakte und zur Verschlechterung der Beziehungen innerhalb der Familie. Emotionale Unzufriedenheit, Depressionen und Ängste sind mögliche psychische Auswirkungen des Verlustes der Arbeit und ihrer sozialen wie auch finanziellen Folgen. In körperlicher Hinsicht können sie sich in Herz-Kreislaufproblemen, Schlafstörungen, allgemeinen Erschöpfungszuständen und anderen psychosomatischen Beschwerden äußern. Auch ein erhöhter Konsum von Rausch- und Genussmitteln kann die Folge sein. Je länger die Zeit ohne Stelle dauert, desto gravierender sind die Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Die subjektiv empfundene oder tatsächlich erlebte gesellschaftliche Stigmatisierung, die mit der Erwerbslosigkeit einher geht, führt zur weiteren Verschlechterung des Selbstwertgefühls bei Betroffenen.

Den Teufelskreis von Arbeitslosigkeit und Krankheit vermeiden

Die Tatsache, dass es den gesundheitlich und psychisch belasteten Personen dann schwerer fällt, wieder einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden (Selektionshypothese), ist möglicher Weise der Beginn eines Teufelskreises. Der Erhalt der psychischen und körperlichen Gesundheit ist daher   auch eine wichtige Voraussetzung, um die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz zu verbessern. Dies wird beispielsweise in der psychotherapeutischen Arbeit angestrebt. Emotionale Verarbeitung der Situation und Unterstützung bei der Stressbewältigung sind wesentliche Elemente. Auch die Veränderung unproduktiver Denkschemata oder Verhaltensmuster tragen zu besseren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt bei. Die Psychotherapie unterstützt den Patienten darin, trotz Arbeitslosigkeit soziale Strukturen und strukturierte Tagesabläufe beizubehalten. Im Idealfall ergänzen sich therapeutische Arbeit und integrierende Maßnahmen der Arbeitsagentur wie einige psychosoziale Organisationen dies anbieten. In vielen Fällen werden therapeutische Intervention nötig, wenn die Arbeitslosigkeit bereits psychosomatische Krankheitsbilder, Depressionen oder ein Suchtverhalten nach sich gezogen hat.