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Praxis

Was ist ein Psychotherapeut?

Berufsbezeichnung Psychotherapeut/in

Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist gesetzlich geschützt und sagt aus, dass Personen mit diesem Titel eine staatliche Erlaubnis zur psychotherapeutischen Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben. Ein Psychotherapeut kann vom Grundberuf ein Diplom-Psychologe bzw. Master der Psychologie (Psychologischer Psychotherapeut) oder ein Arzt (Ärztlicher Psychotherapeut) sein. Alle Psychotherapeuten haben zusätzlich zu ihrem Grundberuf (Arzt, Psychologe) eine psychotherapeutische Ausbildung abgeschlossen oder sich auf andere Weise zusätzlich qualifiziert.

Kinder- und Jugendlichentherapeuten

Kinder- und Jugendlichentherapeuten besitzen die staatliche Erlaubnis zur psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut kann vom Grundberuf ein Psychologe, ein Arzt oder ein Pädagoge sein, der für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ausgebildet ist.

Psychotherapeutengesetz

Durch das Psychotherapeutengesetz ist die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ rechtlich geschützt für diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes oder als Arzt mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen. Das garantiert Ihnen, dass ein Psychotherapeut bzw. eine Psychotherapeutin eine fundierte Ausbildung besitzt, sich außerdem regelmäßig fortbildet und ausreichend praktische Erfahrungen sammeln konnte.

Schweigepflicht

Mit dem Titel „Psychotherapeut“ sind außerdem weitere Anforderungen verknüpft, so hat ein Psychotherapeut eine Schweigepflicht und darf Außenstehenden ohne eine Schweigepflichtsentbindung nicht einmal Auskunft darüber geben, ob jemand bei ihm in Behandlung ist. Auch von Gerichten kann der Psychotherapeut in den meisten Fällen nicht gezwungen werden, das ihm Anvertraute preis zu geben.

Gelingen einer Therapie

Für das Gelingen einer Therapie ist jedoch nicht nur die umfangreiche Ausbildung der Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten entscheidend, sondern vor allem dass es gelingt, eine positive Beziehung und Arbeitsbasis herzustellen.

Kassenzulassung

Kassenzugelassene Psychotherapeuten können sich niederlassen und eine Praxis eröffnen. Für Interessierte dürfte entscheidend sein, ob der Psychotherapeut eine Kassenzulassung hat, weil dann die Kosten von der Krankenkasse, der Beihilfe oder auch der privaten Krankenversicherung übernommen werden können und Sie die Therapie nicht selbst zahlen müssen.

Kassenzugelassene Psychotherapeuten können je nach Ausbildung prinzipiell eines oder mehrere von folgenden drei Therapieverfahren mit den Krankenkassen abrechnen:

  • Tiefenpsychologie
  • Verhaltenstherapie
  • Psychoanalyse

Auch diese Praxis ist eine Praxis mit Kassenzulassung und es besteht die Möglichkeit, mit den Kassen Leistungen im Rahmen der tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie abzurechnen.

Ausblick

Im Zuge der Reformation der Hochschulen, dem sogenannten Bologna-Prozess, wurde auch eine Reform der unterschiedlichen psychotherapeutischen Berufe notwendig. In Zukunft gibt den eigenständigen Studiengang des Psychotherapeuten, der mit einem Master abgeschlossen wird.

Andere Berufe

Heilpraktiker

Ein Heilpraktiker darf auch Psychotherapie anbieten, sich allerdings nicht Psychotherapeut nennen. Voraussetzung für die Anerkennung zum Heilpraktiker für den Bereich der Psychotherapie ist mindestens ein Hauptschulabschluss, die Vollendung des 25. Lebensjahres sowie das Bestehen der Heilpraktikerprüfung, auf die man sich mit einem 6-wöchigen Kurs oder auch einer nebenberuflichen, meist zweijährigen Ausbildung vorbereiten kann. Ein Heilpraktiker unterliegt nicht der Verpflichtung zum Stillschweigen.

Psychiater

Ein Psychiater ist ein Arzt mit der Spezialisierung auf die Psychiatrie. Sein Gebiet ist die Diagnostik und Behandlung von psychischen Erkrankungen oder Störungen unter Einbeziehung der körperlichen Ebene. Das heißt, dass ein Psychiater ggf. auch Psychopharmaka verordnet.

Neurologe

Ein Neurologe ist ein Arzt mit der Spezialisierung auf die Neurologie. Er ist Fachmann für Erkrankungen des Nervensystems. Die Abgrenzung zum Psychiater ist fließend.