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Selbsthilfe

Bewegung macht uns stark

Dass Bewegung gesund ist, ist uns bekannt. Doch körperliche Betätigung macht uns nicht nur körperlich fit und steigert unser Wohlbefinden. Sportliche Aktivitäten stärken uns auch mental, sie fördern unsere Denkfähigkeit, reduzieren Stress, lindern Depressionen und können sich sogar positiv bei Angsterkrankungen auswirken. Das Beste daran: Profitieren können wir in jeder Lebensphase, von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter.

Früh bewegt sich …

In unserer Kindheit trägt Bewegung entscheidend zu unserer körperlichen wie auch geistigen Entwicklung bei. Den natürlichen kindlichen Bewegungsdrang zu stoppen, kann fatale Folgen haben. Nicht nur drohen Haltungsschäden und Übergewicht – auch können sich Motorik und Intelligenz nicht optimal entwickeln. Es ist also enorm wichtig, Kinder zu ermuntern, sich zwischen Computerspiel und Rechtschreibübungen auch einmal richtig „auszupowern“. Selbst wenn ein Kind „schlaue“ Bücher liest und eifrig lernt, profitiert es, wenn es zwischendurch körperlich aktiv wird. Denn Bewegung fördert die Durchblutung – auch der Nervenzellen des kindlichen Gehirns – und damit die Sprach-, Denk- und Lernfähigkeit. Das gilt in besonderem Maße für Disziplinen, welche die Ausdauer des Kindes fördern, wie etwa Dauerlauf oder Radfahren.

… was gesund groß werden will

In unserer Jugendzeit kommen weitere Anforderungen auf unser Gehirn zu. Heranwachsende müssen ihre Grenzen austesten, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen entwickeln. Auch hier kann Bewegung viel Positives bewirken. Nicht nur fördert die körperliche Aktivität die Durchblutung und schafft so günstige Bedingungen, was die mentale Entwicklung angeht. Sie macht auch zufriedener und selbstbewusster. Besonders gut in dieser Phase sind Sportarten, die Spaß machen, Erfolgserlebnisse und damit neue Motivation mit sich bringen.

Was bewirkt Bewegung im Kopf?

Vereinfacht dargestellt, funktioniert es wie folgt: Wenn wir uns bewegen, wird unser Körper besser durchblutet. Das gilt besonders für unsere Muskeln, aber auch für unser Nervengewebe, welches dafür zuständig ist, Informationen in Form von Reizen in unser Gehirn weiterzuleiten und dort zu speichern. Eine gute Durchblutung macht die für die Informationsaufnahme zuständigen Rezeptoren in unserem Gehirn empfänglicher. In der kindlichen Entwicklung kommt hinzu, dass das Nervengewebe erst noch ein ganzes Netzwerk an Verbindungen knüpfen muss, um gut funktionieren zu können. Bewegung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wer erwachsen in Bewegung bleibt …

Ab einem gewissen Alter neigen wir leider zur Bequemlichkeit. Wir haben „keine Zeit“ für Bewegung, fahren lieber mit dem Auto als mit dem Fahrrad zur Arbeit, sehen abends mit der Familie gemütlich fern, statt Sport zu treiben – und legen mit der Zeit nicht selten an Gewicht und Unzufriedenheit zu. Das ist schade, denn auf diese Weise bringen wir uns um echte Chancen – auf körperliche und geistige Fitness. Denn erstens kurbeln wir mit sportlicher Betätigung unseren Kreislauf an, vermeiden Gewichtszunahme und bekommen eine bessere Kondition. Zweitens senken wir mit maßvollem Ausdauertraining unseren stressbedingt oft erhöhten Cortisol-Pegel, schützen uns also vor gesundheitlichen Gefahren wie dem Herzinfarkt. Drittens verbessern wir mit gezielter Bewegung auch unsere geistige Fitness, besonders die Fähigkeit zur Planung und Koordination unserer Handlungen (Stichwort „Multitasking“).

Und viertens erhöhen wir durch körperliche Aktivität nicht nur die Konzentration von Tryptophan, einer Vorstufe des „Glückshormons“ Serotonin, in unserem Gehirn. Unser Körper produziert dabei auch körpereigene Opioide. Beide Mechanismen mildern depressive Verstimmungen und rufen positive Gefühle in uns wach. Tests haben gezeigt, dass regelmäßiges Ausdauertraining so wirkungsvoll wie Antidepressiva sein kann. Entscheidend dabei ist eine „Nebenwirkung“: Das Miteinander in einer Sportgruppe und das Gefühl, wieder die Kontrolle über unser Leben zu erlangen, stärken uns seelisch.

… profitiert bis ins hohe Alter davon

Dass wir im Alter nicht mehr ganz so fit sein können wie in jungen Jahren, daran müssen wir uns gewöhnen. Den sagenhaften Jungbrunnen hat noch niemand gefunden. Auf die faltige Haut legen sollten wir uns trotzdem nicht. Denn auch wenn wir den natürlichen Alterserscheinungen nicht davonlaufen können – Bewegung tut uns gut. Ob wir uns einer Nordic-Walking-Gruppe anschließen oder regelmäßig spazieren gehen, ob wir Fahrrad fahren oder lieber schwimmen gehen, hängt natürlich von unseren persönlichen Vorlieben und unserem Gesundheitszustand ab. Unser körperliches und seelisches Wohlbefinden jedenfalls steigt und wir bleiben auch mental fit. Denn: Unser Gehirn entwickelt sich auch noch im Alter. Und körperliche Betätigung – vor allem aerobes, also die Ausdauer förderndes, Training – fördert auch dann noch unsere „grauen Zellen“. Forschungsergebnisse weisen sogar darauf hin, dass Bewegung unser Risiko, an Demenz zu erkranken, senken und bereits eingetretene Demenz bis zu einem gewissen Grad abbremsen kann.

So kommen wir in Schwung

  • Nicht von Null auf Hundert starten! Hilfreich ist es, wenn wir uns erst einmal einen Bewegungsplan machen und diesen bei Bedarf mit unserem Hausarzt absprechen.
  • Wenn es uns schwer fällt, unseren „inneren Schweinehund“ alleine zu bekämpfen, schließen wir uns am besten einem Verein oder einer Trainingsgruppe an.
  • Ideal sind alle Sportarten, die unsere Ausdauer fördern, uns nicht außer Atem und unseren Puls nicht über maximal 130 bringen: Zügiges Gehen, Nordic Walking, Joggen, Radfahren, Schwimmen.
  • Dreimal, bei guter Fitness auch viermal die Woche eine halbe Stunde reicht schon. Wichtig ist, dass wir uns regelmäßig in Bewegung setzen.
  • Ein schlechter Tag zwischendurch sollte uns nicht entmutigen – den haben sogar Leistungssportler einmal. Da hilft nur: dranbleiben!