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Borderline

Borderline Persönlichkeitsstörung - emotional instabile Persönlichkeit

Das Leben mit einer Borderline Persönlichkeitsstörung (PS) gleicht einer Achterbahnfahrt, man weiß nicht, wer man eigentlich ist und wohin das eigene Leben steuert. Geprägt von Leidensdruck und dem Wechsel extremer Emotionen führt man ein Dasein voller Angst.

Die Borderline-Symptomatik zählt zu den komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen. Ihr verflochtenes Beschwerdebild verweist oftmals auf andere psychische Leiden. Seit vermehrt über sexuellen Missbrauch berichtet wird, rückt Borderline in die öffentliche Wahrnehmung. Schätzungsweise leiden ein bis zwei Prozent der Deutschen an einer solchen Selbstwahrnehmungsstörung. Statistiken legen nahe, dass drei Viertel der Betroffenen Frauen sind. Noch klären Experten, ob diese Zahl stimmt oder Frauen eher professionelle Hilfe suchen. Erkranken Männer, werden sie leichter straffällig. Die Borderline PS gilt als lebensbedrohlich, denn 5 bis 10 Prozent der Opfer wählen den Freitod.

Man unterscheidet zwei Typen:

  • den impulsiven, unberechenbaren Charakter mit geringer Impulskontrolle
  • das Gemüt mit einem problematischem Beziehungsverhalten, ohne klare Identität und der panischen Angst vorm Verlassenwerden.

Die Bezeichnung von Borderline in dem aktuellen Diagnosesystem ICD10 heißt emotional instabile Persönlichkeit.

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Ursachen und Wesen der Borderline Persönlichkeitsstörung

Die Borderline PS zeichnet sich meist in der Pubertät ab und dauert im Erwachsenenalter an. Meist liegen die Ursachen in der Kindheit. Erleben Kinder körperliche Gewalt, Gefühlskälte oder sexuelle Übergriffe, können sie diese kaum deuten oder sich wehren. Ihre Konflikte bleiben zunächst verborgen. Daraus wächst eine Lebensform, deren Gefühlswelt und Reaktionsweise drastisch von der Umwelt abweichen. Ohne klares Selbstbild suchen "Borderliner" ständig Neues, verwerfen Werte und Daseinsentwürfe in Kürze. Je gravierender die (früh-) kindlichen Traumata, umso massiver die Auswirkungen der Betroffenen. Psychoanalytiker nehmen an, dass kindhafte Denkmuster die Opfer lenken. Sie können schwer differenzieren. Im Zentrum stehen negative Gefühle wie Neid und Ablehnung; Menschen sind entweder gut oder böse. Zur Abwehr trennen Borderliner unbewusst Fragmente vom ICH ab und übertragen sie auf Andere, die dann als Teil des eigenen Selbst gedeutet werden. Die Betroffenen fühlen, gesunden und leiden im Anderen. Diese typischen Denkweisen treten meist in starker Erregung oder im Hinblick auf wesentliche Dinge auf, sie schaffen Ordnung und vermindern Ängste. Die kindlichen Erfahren prägen das Gehirn und verursachen dort anhaltende Funktionsstörungen wie ein überaktives Angst- und Aggressionsverhalten. Emotionale Labilität ist die Folge. Außerdem gehen Ärzte von einer genetischen Mitbedingung aus.

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Symptome bei Borderline

Um die Borderlinesymptomatik zu beschreiben, werden hier zunächst wichtige Auffälligkeiten vorgestellt, die auf Betroffene zutreffen können oder auch nur punktuell vorhanden sind und die störend sind. Da es sich bei der Borderline PS um ein außergewöhnlich vielfältiges Symptombild handelt, kann dies nur ein Ausschnitt sein. Vernarbte Arme, Brandwunden oder Hämatome (blaue Flecken) können rein äußerlich auf das herrschende Gefühlschaos hinweisen. Von der Psyche überrannt, innerlich Amok laufend, suchen viele "Borderliner" ein Ventil. Sie handeln aus dem Affekt ohne Rücksicht auf Verluste. Angst, Zorn oder Scham haben eine derartige Stärke, dass sie sich nur langsam wieder abregen und lange unter Hochspannung stehen. Selbst die leiseste Kritik kann schwere Krisen auslösen. Dem gegenüber steht die existenzielle Leere. Ständig in Beschäftigung, um Langweile zu komprimieren, stürzen sie von einem Abenteuer ins nächste. Nur ein Kick bringt kurzzeitig echtes Leben. Ob nun exzessiver Drogenkonsum, riskante Geldgeschäfte und gefährliche "Freizeitvergnügen", wie Rasen oder Balancieren auf Brückengeländern, Borderliner

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bewegen sich häufig am Abgrund. Dabei sehnen sie sich nach vertrauten Beziehungen, die sie dann nicht ertragen. Das Zusammenleben mit ihnen gleicht mitunter einem Drahtseilakt. Ihr krankhaftes Schwanken zwischen Nähe und innerer Unabhängigkeit belastet häufig Familien und Freunde. Inmitten der Verzweiflung wird erpresst, genötigt und abgehauen. Ihr negatives Selbstbild führt zur Ablehnung des eigenen Körpers. Betroffene berichten, dass sie sich wie abgeschnitten, ohne eigene Existenz erlebten. Ständig auf der Hut ist es ihnen unmöglich, sich ihren Ängsten zu stellen. Die Problembewältigung kann mit selbstverletzendem Verhalten geschehen. Werden sie an frühere Traumata erinnert, erleben sie das Durchgemachte noch einmal. Trotz des Wahns wissen sie, dass ihr Fühlen unreal ist.

Positives bei Borderlinern

Da bei der Symptomatik der Borderline Persönlichkeitsstörung hier erst einmal das erwähnt worden ist, was die Betroffenen und deren Angehörige stört, sind zunächst die negativen Seiten aufgeführt worden. Damit ist das Symptombild zur Boderline PS aber nur unvollständig beschrieben. Den erwähnten problematischen Punkten stehen positive Auffälligkeiten wie z. B. eine bei manchen Borderlinern zu beobachtende erstaunliche Wandelungsfähigkeit gegenüber, so dass Betroffene sich teilweise in schneller Zeit aus Krisen oder Problemverhalten herausarbeiten können, im günstigen Fall auch einmal Belastungen einfach abschütteln können. Viele verfügen auch über besondere Stärken oder Talente. Auffällig ist, dass manche eine besondere "power" haben und damit Dinge schaffen, die dem Normalbürger verwehrt sind z.B. ganz viel und lange Arbeiten ohne zu erschöpfen. Nicht wenige Borderliner sind schillernde Persönlichkeiten, Menschen mit Ausstrahlung, die andere durch deren Unkonventionalität in den Bann ziehen, weswegen diese dann auch bereit sind, mit in deren Lebensachterbahn zu fahren.

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Psychotherapie bei Borderline

Medikamentös kann die Borderline PS nicht direkt therapiert werden. Längere Zeit hat man die Verordnung von Psychopharmaka bei Boderlinepatienten vermieden. Inzwischen verordnen viele Ärzte Präparate, die unter anderem gegen die mit dem Syndrom einhergehenden Störungen wie Depressionen, Ängste und Schlafstörungen helfen können. Die Persönlichkeitsstörung selbst verläuft in der Regel chronisch; langfristig ist eine Psychotherapie die Methode der Wahl. Bleiben die betroffenen Borderline-Patienten unbehandelt, droht der Suizid oder Schädigungen durch einen ungünstigen Lebensstil.

In der Psychotherapie wird bei Borderline-Persönlichkeiten zunächst geschaut, wo es am meisten brennt, und dort wird in der Regel angesetzt. Es kann daher sein, dass es zunächst um die Eingrenzung von Schäden und eine allgemeine Stabilisierung geht. Da Menschen mit Borderline eine unterschiedliche Toleranz für Nähe haben, wird das Vorgehen so gewählt, dass sich der Betroffene nicht bedrängt fühlen muss. Sinnvoll ist eine längere Therapiedauer, um eine verlässliche Stabilisierung zu erreichen. In unserer Praxis arbeiten wir mit den psychodynamischen Ansätzen (unter anderem Kernberg, Dulz, Rhode-Dachser) nach der psychoanalytisch-interaktionellen Methode, in der die übliche Vorgehensweise einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie modifiziert ist in Richtung einer Strukturstärkung. Ergänzt wird das Vorgehen durch das Arbeiten mit so genannten skills oder Ersatzreizen, mit denen in Zuständen innerlicher Raserei, um Selbstverletzungen oder Suizidgedanken gegengesteuert werden kann. Eine Forschung nach den Ursachen kann, wenn sie überhaupt betrieben wird, erst beginnen, wenn die Gefühlslage einigermaßen stabil ist. Der Weg in die Normalität geht dann meist in kleinen Schritten vonstatten.

Außerdem werden Elemente der DBT, der dialektisch-behavioralen Therapie, nach Marsha Linehan, einbezogen. In diesem Programm werden in einer Kombination von Gruppen- und Einzelsitzungen Kompetenzen z. B. kommunikativer Art, der Stressregulierung sowie der Emotionssteuerung gestärkt, Achtsamkeitsübungen gemacht und an Problemen gearbeitet. Ziel dieses Methodenpaketes ist es auch, dass Betroffene lernen in der Mitte bleiben, Extreme meiden.

Übrigens ist es nicht nur so, dass sich die Meinungen zu Borderline-Persönlichkeiten in deren Umfeld typischerweise sehr stark unterscheiden. Das gilt auch für Psychotherapeuten. Während die einen gerne mit Borderlinern arbeiten, schrecken andere vor deren Gefühlschaos zurück. Deshalb ist es besonders bei diesem Beschwerdebild wichtig, einen erfahrenen Psychotherapeuten zu finden, der gerne mit Borderline-Patienten arbeitet und trotz möglichen Belastungen an einer positiven therapeutischen Beziehung festhält.

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