Tel 04321 404186
Seite auswählen

Diagnosen

Bulimie – Ess-Brech-Sucht – bulimia nervosa

Die Bulimie wird auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet, denn bei dieser Störung treten Heißhungerattacken und anschließendes Erbrechen auf und auch das allgemeine Essverhalten ist in der Regel gestört. Bulimikerinnen verlieren während der Essanfälle die Kontrolle über sich selbst. Unbeobachtet und in kurzer Zeit schwelgen sie in Kalorien, nehmen mehr Nahrung auf, als ein normaler Magen fassen kann. Anschließend müssen sie sich übergeben und verschaffen Leib und Seele Erleichterung. Im doppelten Sinne des Wortes, denn die Betroffenen fürchten um ihr Gewicht.

Verlauf

Die Bulimie verläuft fast immer in der Stille. Auch hier erscheint nach außen hin alles perfekt. Man sieht den Menschen ihre Essstörung nicht direkt an, zumal sie meist schlank oder aber normalgewichtig erscheinen. Diskret und voll von Scham wird geschlungen und erbrochen. Nach der Gier folgt immer wieder die Wiedergutmachung durch Hungern, Fasten oder Diäten. Exzessiver Sport sowie der Konsum von Abführ- und Brechmitteln sollen eine Gewichtszunahme abwenden.

Diagnose

Durchschnittlich treten die Episoden innerhalb eines Vierteljahres zweimal pro Woche auf. Nicht selten liegen zwischen den wiederkehrenden Attacken mehrwöchige Pausen. Wesenseigen für die Bulimie oder Bulimia nervosa ist eine gestörte Körperwahrnehmung. Mitunter schließt sie sich einer vorangegangenen Magersucht an. Typisch für diese Sucht ist der Ekel vor sich selbst. Im fortgeschrittenen Zustand der Bulimie führt er zu sozialer Einsamkeit, Interessenlosigkeit und Depressionen. Missbrauch von Alkohol, Nikotin, Drogen und Medikamenten sowie Kaufsucht, Ladendiebstähle und Selbstverletzungen sind keine Seltenheit. Mitunter stürzt der häufige Einkauf großer Mengen von Lebensmitteln die Betroffenen auch in finanzielle Engpässe.

Folgen

Das ständige Erbrechen kann für Entzündungen der Speiseröhre und der Finger sorgen und massive Zahnschäden hervorrufen. Mitunter vergrößert sich durch das Erbrechen der untere Wangenbereich, so dass sich die Gesichtsform der Betroffenen verändert und sie eine Art Hamsterbäckchen entwickeln. Außerdem führt das Erbrechen zu einem unausgeglichenen Elektrolythaushalt und dieser wiederum mitunter zu Kalium, Eisen- und Calciummangel und kann aufgrund dessen Herzrhythmusstörungen verursachen, im Extremfall zum Tode führen. Auch deswegen ist eine gründliche medizinische Abklärung hier besonders wichtig.