Tel 04321 404186
Seite auswählen

Diagnosen

Depressionen –
Depressive und bipolar-affektive Störungen

Depression, Dysthyme Störung, Bipolare Störung, Zyklothyme Störung

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungsbildern. In Neumünster wurde 2012/2013 bei 20 % der Erwerbstätigen und der Arbeitslosengeldempfängern eine Depression diagnostiziert. Ungefähr 10 % dieser Personengruppe wurden Antidepressiva verordnet.

Eine Depression wird beschrieben als ein großer Schatten, der auf der Seele liegt, so dass alles ohne Sinn und Hoffnung erscheint. Es kann sein, dass man nichts mehr fühlen kann, keine Freude, keine Trauer und keine Wut mehr erlebt. Kennzeichnend für die depressive Störung ist die zerrüttete Regulation des Selbstwertes. Das bedeutet eine zu negative Sicht auf das eigene Selbst, auf die Menschen der eigenen Umgebung und die Zukunft.

Wesentliche Kennzeichen

Wesentliche Kennzeichen depressiver Beschwerdebilder sind Stimmungsverschlechterungen mit Gefühlen der Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Wertlosigkeit sowie dem Verlust von persönlichen Interessen und Antrieb. Dazu kommt häufig ein Hang zum Grübeln, Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Appetitlosigkeit und eventuell körperliche Missempfindungen wie Rücken- oder Magenschmerzen oder eine Beklemmung in der Brust.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher depressiver Störungen. Man unterscheidet die unipolare und die bipolare depressive Störung. Wesentlich häufiger kommt die unipolare Depression vor. Diese meint man typischerweise mit dem Wort „Depression“, wobei unipolar meint, dass sich die depressiven Phasen nicht mit Phasen gesteigerter Stimmungslage abwechseln. Bei den unipolaren Störungen, zu denen die klassische Depression und die Dysthymie gehören, besteht also das Problem in einer Stimmungsverschlechterung.

 

Einordnung der Beschwerdebilder

Bei vielen depressiven Erscheinungsbildern lässt sich ein aktueller Auslöser finden oder es lassen sich belastende Lebensumstände in der Vergangenheit identifizieren, die auf die heutige Stimmung indirekt Einfluss nehmen. Viele depressive Krankheitsbilder haben einen phasenhaften Verlauf, man spricht von depressiven oder auch manischen Episoden. Die Dysthymie allerdings zeichnet sich durch eine langfristige, relativ konstante leichte depressive Stimmung aus.

Zur Charakteristik bipolarer Störungen gehören depressive sowie manische oder hypomanische Zustände. Sie wechseln sich ab. Während der Manie wachsen die Leidenden über sich hinaus, kommen nächtelang ohne Schlaf aus, sind äußerst gesprächig und überschätzen ihre Stärken. Manche richten in dieser völlig überzogen euphorischen Stimmung allerlei persönliches Unheil an, das in der folgenden depressiven Episode dann sehr bedauert wird. Hypomanische Phasen, wie sie auch bei der zyklothymen Störung vorkommen, sind durch euphorische Stimmungen gekennzeichnet. Das Abwechseln betrübter Stimmungen mit euphorischen bzw. aktivierten bis hin zu manischen Stimmungslagen wurde in der Literatur bekannt unter „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ (Goethe).

Kurzfristige emotionale Tiefpunkte gehören zum menschlichen Erleben. Prägt jedoch die Niedergeschlagenheit bzw. die depressiven Symptome über Wochen oder länger das tägliche Leben, erscheint vermutlich eine Behandlung sinnvoll. Dabei werden nach den medizinischen Leitlienien in Abhängigkeit von dem Schweregrad der depressiven Symptomatik bzw. dem Vorliegen einer Doppel- oder Mehrfachdiagnose (Komorbidität) eine Psychotherapie, eine medikamentöse Behandlung oder auch eine Kombination von beidem empfohlen.