Tel 04321 404186
Seite auswählen

Lebenslauf

FAQ Psychotherapie

Sie finden hier mit den FAQ Antworten auf die am meisten gestellten Fragen zur Psychotherapie.

Was ist eine Psychotherapie?

Der Begriff Psychotherapie beschreibt die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen. Psychotherapeutische Methoden, tiefgreifende Gespräche und Interventionen zielen darauf ab, das Leid des Patienten zu lindern, Lösungswege zu erarbeiten sowie neue Verhaltensstrategien zu erlernen und durch die Auseinandersetzung mit dem Unterbewusstsein die Ursprünge und Hintergründe der Erkrankung zu erkennen. Durch die gemeinsame Arbeit in der Psychotherapie soll dem Patienten nicht nur eine Verarbeitung der Vergangenheit ermöglicht, sondern auch die Kraft zum Verändern der Umstände, des eigenen Verhaltens und dem Umgang mit der bestehenden Problematik gegeben werden.

Alles, was in der Psychotherapie besprochen wird, ist vertraulich und bleibt zwischen Patient und Therapeutin – die Sitzungen stellen also einen geschützten Rahmen da, in welchem man sich alles von der Seele reden kann, ohne sich dafür schämen zu müssen.

Wer trägt die Kosten für die Psychotherapie?

Wenn eine psychische Erkrankung vorliegt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die drei zugelassenen Therapieformen (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie). Der Therapeut / die Therapeutin stellt nach einem oder mehreren ersten Gesprächen einen Antrag für die Kostenübernahme zur Verfügung.

Privatpatienten bekommen die Psychotherapie, sofern sie von einem staatlich anerkannten psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt wird, der von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen ist, je nach Tarif von ihrer Privatversicherung in der Regel finanziert oder teilfinanziert. In jedem Fall sollte man sich im Vorfeld bei seiner Krankenkasse darüber erkundigen.

Wann sollte man psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen?

Eine Psychotherapie ist sinnvoll und hilfreich, wenn man alleine keinen Weg aus seiner Situation findet, mit dieser überfordert ist und sich hilflos fühlt. Liegen Symptome vor, welche nicht  körperlichen Ursprungs sind, sondern durch seelisches Leid ausgelöst werden, sollte an eine psychotherapeutische Hilfe gedacht werden. Auch wiederholte zwischenmenschliche Probleme im Freundes- und Bekanntenkreis sowie auf der Arbeit können auf ein psychisches Ungleichgewicht hinweisen und damit behandlungsbedürftig sein. Wenn bereits eine Diagnose vom Psychiater oder Neurologen gestellt wurde und diese das Leben erschwert oder stark belastet, ist eine Psychotherapie notwendig. Mögliche Diagnosen sind unter anderem Depressionen und Angsterkrankungen sowie Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen wie das Borderline-Syndrom. Ebenso können Essstörungen, Zwänge und Suchterkrankungen behandelt werden. Eine Psychotherapie ist besonders wichtig für Menschen, die unter Selbstmordgedanken leiden, da ein regelmäßiger Austausch und das Klären der Ursachen entlastend wirken. Bei akuten Suizidgedanken macht es dagegen meist mehr Sinn, zunächst eine stationäre Einrichtung oder eine Krisenintervention aufzusuchen.

Welche Psychotherapieformen gibt es und wo liegen die Unterschiede?

In Deutschland gibt es hauptsächlich Therapeuten, die für die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Verhaltenstherapie und die Analytische Psychotherapiezugelassen sind und über dieses Verfahren eine Kassenzulassung haben.

Die Psychoanalyse oder Analytische Psychotherapie zielt darauf ab, emotionale Muster (Gedanken, Gefühle, Ängste, Wünsche, Träume, etc.) und Traumata zu erkennen und zu verstehen. Durch psychoanalytische Methoden werden diese Muster mit deren Hintergründen und Ursprüngen in Bezug gebracht. Therapeutische Verfahren sind unter anderem das Freie Assoziieren, die Übertragung und die Psychodynamische Diagnostik. Hier weiterlesen…

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ähnelt der Psychoanalyse: Unbewusst erlebte Geschehnisse, deren Auswirkung und daraus resultierende Konflikte werden erfasst und aufgearbeitet. Hinzu kommt die Zielsetzung innerhalb eines absehbaren Zeitraums, in welchem positive Veränderungen stattfinden sollen.Hier weiterlesen…

In der Verhaltenstherapie werden sowohl das Verhalten, Agieren und Reagieren als auch die persönlichen Werte und Normen des Patienten verdeutlicht und in Zusammenhang mit Erlebnissen und Erfahrungen des Betroffenen gebracht. Ziel der Therapie ist das Erarbeiten von Methoden, mit welchen belastende oder störende Verhaltensweisen verändert werden können sowie das Erlernen von besseren Strategien zur Stressbewältigung. Hier weiterlesen…

Welche Therapieform sollte man wählen?

Welches psychotherapeutische Verfahren geeignet ist, hängt sowohl von der Diagnose als auch deren Schwere und den Auswirkungen auf das tägliche Leben ab. Die Einschätzung dazu hat der Psychotherapeut in Absprache mit dem Ratsuchenden zu treffen. Auch der behandelnde Arzt, welcher auch eine Überweisung zum Therapeuten ausstellen kann, wird nach einigen ausführlichen Gesprächen über die Gefühle und Problematik des Patienten einschätzen können, welche Therapieform möglicherweise indiziert ist.

Generell kann man sagen, wenn eine vorangegangene Therapie mit einem Therapieverfahren derzeit einen guten Erfolg gebracht hat, dann ist es sinnvoll bei der zweiten Therapie das gleiche Verfahren zu wählen. Bei einer klassischen tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, noch stärker aber bei der Psychoanalyse, ist ein Interesse für die Beschäftigung mit der eigenen Person und eine Bereitschaft zur Innenschau eine Voraussetzung, denn unabhängig vom eigenen Therapieziel wird man sich selbst sicherlich besser kennenlernen. Wer hauptsächlich daran interessiert ist, seine Symptomatik zu lindern, dem werden voraussichtlich verhaltenstherapeutische Techniken oder eine modifizierte tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie schneller weiter helfen.

Zu bedenken ist außerdem, dass viele Therapeuten neben der Ausbildung in der eigenen Therapierichtung zahlreiche weitere Fortbildungen belegt haben, die es ihnen ermöglichen auch unabhängig von den Techniken und Schwerpunkten des eigenen Verfahrens optimal auf den Patienten einzugehen.

Wie findet man einen guten Therapeuten?

Ob ein Psychotherapeut „gut“ ist oder nicht, hängt nicht nur von dessen Kompetenz, sondern vor allem auch vom eigenen Empfinden ab. Da Vorstellungen, Wahrnehmungen und Ziele von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein können, helfen die Meinungen anderer nicht immer weiter. Während der probatorischen Sitzungen wird man feststellen, ob sozusagen „die Chemie stimmt“ und eine Basis entstehen kann, auf welcher man sich öffnen und Vertrauen fassen kann. Die Qualität der Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist enorm wichtig für die zukünftige Zusammenarbeit: Wenn das Verhältnis nicht stimmt, sollte man die Therapeutensuche lieber fortsetzen und nach einem Behandler suchen, bei dem man sich wohler fühlt.

Was passiert während des Erstgespräches / Vorgespräches?

In der ersten Sitzung werden dem Patienten in der Regel einige Fragen gestellt um zuklären, was zum Therapieanliegen führt, was man sich erwartet und wie die aktuelle Situation einzuordnen ist. Durch offene Antworten kann der Psychotherapeut die Problematik einordnen und bekommt einen groben Überblick über die Symptome und Verhaltensweisen des Patienten. Darüber hinaus steht es dem Patienten offen eigene Fragen zu stellen. Diese können sich zum Beispiel um die Kostenübernahme, die Ausbildung und therapeutische Methode sowie den Ablauf der Sitzungen drehen.

Was wird bei der ersten Sitzung benötigt?

Eigentlich benötigen Sie nur 50 Minuten Zeit. Wer gesetzlich versichert ist und einen Psychotherapeuten aufsucht, braucht  – wie beim Arztbesuch – entweder eine Überweisung vom seinem Arzt oder hat die Kassengebühr zu entrichten. (Ist eine Zuzahlungsbefreiung vorhanden, fällt keine Praxisgebühr an.) Zum ersten Termin im Quartal sollte man außerdem die Krankenversicherungskarte mitbringen. Beihilfeberechtigte oder privat Versicherte müssen normalerweise nichts Zusätzliches mitbringen.

Was ist eine „probatorische Sitzung“?

Die ersten Gespräche mit dem Psychotherapeuten werden Probatorische Sitzungen genannt. Nach dem Erstgespräch, also dem ersten direkten Kontakt, können bis zu fünf Sitzungen vereinbart werden, in welchen sich Patient und Therapeut kennenlernen und herausfinden, ob sie miteinander gut arbeiten können und ob weitere Termine sinnvoll sind. Ebenso wird der Psychotherapeut feststellen können, ob seine praktizierte Therapieformen bzw. auch seine Schwerpunktsetzungen für den Patienten geeignet sind. Auch Probatorische Sitzungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse, der Beihilfe und fast allen privaten Krankenversicherungen übernommen.

Wie viel Zeit muss ich zu den Terminen mitbringen?

Eine Sitzung dauert in der Regel 50 Minuten.