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Selbsthilfe

Freundschaft

Ob in jungen Jahren oder im Alter: Freunde sind von unschätzbarem Wert für uns. Es ist kein Zufall, dass sich zahllose Sprichwörter, Lieder, Bücher, Filme, ja, ganze Fernsehserien um das Thema Freundschaft drehen. Denn Freunde sind so viel mehr als einfache Bekannte. Eine Freundschaft geht tiefer, sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen, Fürsorge und aufrichtiger Anteilnahme. Freundschaften schließen wir nicht von heute auf morgen, sie entwickeln und festigen sich im Laufe der Zeit. Sie aufzubauen und zu pflegen erfordert also Zeit – doch die Investition lohnt sich. Denn Freundschaften geben uns Halt im Leben – und sie sind gut für unsere Gesundheit.

„Keine Straße ist lang
mit einem Freund an der Seite“
Chinesisches Sprichwort

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die besondere Bedeutung von Freundschaften für unser Leben, für unsere emotionale Stabilität und unser Wohlbefinden, ist bereits in der Antike bekannt – richtig erforscht wird sie aber erst in jüngerer Zeit. Seit etwa den 70er Jahren wissen wir um den Zusammenhang zwischen Freundschaft und Gesundheit. Vertrautheit, Empathie und emotionale Unterstützung, alles Merkmale echter Freundschaft, wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Die Gegenwart eines Freundes gibt uns Sicherheit und hilft uns dabei, richtige Entscheidungen zu treffen, ob in familiären, beruflichen oder gesundheitlichen Fragen. Auch von ungesunden Verhaltensweisen (z. B. Alkohol, Drogen) kann uns die Anwesenheit eines Freundes abhalten. Und selbst, wenn dieser gerade nicht präsent ist, hilft er uns indirekt – alleine durch die Tatsache, dass wir wissen, wir könnten ihn um Rat bitten.

Wie positiv sich Freundschaften auswirken, haben Studien gezeigt. Demnach weisen diejenigen unter uns, die mindestens einen Vertrauten haben, einen deutlich besseren allgemeinen Gesundheitszustand mit geringerer Neigung zu Herz-Kreislauf-Krankheiten, Asthma, Bluthochdruck und auch zu psychischen Problemen wie Ängsten und Depressionen auf. Einer britischen Studie zufolge können wir sogar davon ausgehen, mit Freunden rund vier bis fünf Jahre länger zu leben als ohne.

Freundschaften im Verlauf des Lebens

Vom Sandkastenalter bis in die Pubertät hinein lernen wir, Freundschaften zu schließen und zu pflegen – und wir profitieren bis ins hohe Alter von dieser sozialen Fähigkeit. Immer wieder aufs Neue erleben wir, wie gut uns Freunde tun, mit denen wir uns verstehen, mit denen wir Interessen und Ansichten teilen, auf die wir uns in allen Lebenslagen verlassen können. Und auch, wenn durch häufige berufliche Veränderungen, Umzüge und private Neuorientierungen Freundschaften von früher eingeschlafen sind – es ist nie zu spät, Freundschaften wieder aufzufrischen (z. B. durch einen Anruf, über Internetplattformen wie stayfriends.de) oder neue zu schließen (z. B. in Vereinen, Sportgruppen, Fortbildungskursen, Diskussionsrunden). Wir sollten nur nicht den Fehler machen und die Dinge überstürzen. Denn innige Freundschaften mit all der Vertrautheit, die sie so wertvoll macht, müssen reifen wie ein guter Wein. Dabei kommt es auf eine behutsame Annäherung ebenso an wie auf eine gesunde Balance aus Geben und Nehmen, Erzählen und Zuhören, Lachen und Weinen.

„Der beste Weg, einen Freund zu haben,
ist der, selbst einer zu sein.“
Ralph Waldo Emerson

Beste Freunde

Entscheidend ist ohnehin nicht die Zahl unserer Freundschaften, sondern die Qualität. Ein richtig guter Freund oder zwei sind in der Regel besser als zehn lockere Bekanntschaften. Auch die Mutter, der Bruder oder der eigene Partner können unser bester Freund sein. Maßgeblich zu einer innigen Freundschaft tragen – bei aller Begeisterung für E-Mail-Kontakte und das Social Media Networking – auch heute häufige und direkte Begegnungen bei, bei denen wir ganz miteinander und vertraut sind, Stimme, Körpersprache und Mimik unseres Gegenübers erleben und Gefühle teilen können, denn tiefe Verbundenheit entsteht nur auf diese Weise. Ein zwei Stunden langer Mailaustausch mit der besten Freundin ist nicht annähernd so wertvoll wie eine gemeinsame Stunde beim gemütlichen Plausch im Lieblingscafé – am besten bei ausgeschaltetem Handy …