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Generalisierte Angststörungen

Wenn Menschen nicht mehr aufhören können, sich Sorgen zu machen, spricht man von einer generalisierten Angststörung. Meist befürchten die Betroffenen über das Maß einer reellen Gefahr weit hinaus gehend, dass ihnen selbst oder den ihnen nahe stehenden Personen Unglück, Unfälle oder Krankheiten drohen könnten. Das Nachdenken über die vermeintlich drohenden Gefahren nimmt so viel Raum ein, dass Menschen, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, manchmal ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr gerecht werden können.

Wer unter einer generalisierten Angststörung leidet, weist über mehrere Wochen oder Monate hinweg relativ konstant Angstsymptome auf, die wechselweise in den unterschiedlichsten Formen auftreten können. Typisch ist, dass die Angst „frei flottierend“ sich nicht speziell auf einen Gegenstand oder ein Ereignis bezieht, sondern die Betroffenen immer neue Anlässe für ihre Sorgen finden. Neben der Furcht um Gesundheit und Wohlergehen können auch Konzentrationsschwierigkeiten und Nervosität,  motorische Spannungen und die Unfähigkeit, sich zu entspannen, oder psychische Symptome wie Depersonalisation und Derealisation Anzeichen einer generalisierten Angststörung sein. Die große Bedeutung, die den körperlichen Begleiterscheinungen, v.a. vegetativen Beschwerden (Herzrhythmusstörungen, Schwindelgefühle, Benommenheit und Schweißausbrüche), gerade bei dieser Form der Angststörung zukommt, führt dazu, dass die eigentliche

 

Krankheit oft lange unerkannt bleibt. Die Betroffenen suchen vorwiegend aufgrund der körperlichen Symptome einen Arzt auf, verschweigen dabei aber ihre Ängste oder sehen keinen Bezug zu ihren Beschwerden. Meist setzen die Symptome einer generalisierten Angststörung im jungen Erwachsenenalter ein. Im Durchschnitt sind etwa 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung einmal im Leben von dieser Störung betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer. Nicht selten entwickelt sich die Störung zu einem chronischen Problem.

Bei der Entstehung der generalisierten Angststörung wird einerseits eine ererbte, biologische Vulnerabilität für Angststörungen angenommen, ausgelöst wird die Störung jedoch schließlich durch lang anhaltende belastende Lebensumstände und kritische Ereignisse. Das typischer Weise von einem zum nächsten Gegenstand wandernde, permanente Sich-Sorgen der Betroffenen verschafft ihnen kurzfristig die Erfahrung emotionaler Beruhigung, führt aber langfristig dazu, dass die Angst sich chronifiziert.

Gut geeignet zur Behandlung einer generalisierten Angststörung ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, auch insbesondere deshalb da die von der Kognitiven Verhaltenstherapie favorisierten Konzepte wie die Exposition hier normalerweise nicht erfolgversprechend zur Anwendung kommen können. Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung können die Behandlung einer generalisierten Angststörung zusätzlich einen positiven Effekt bewirken.   

   
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