Tel 04321 404186
Seite auswählen

Therapieangebote

Gesprächstherapie

Der Name Gesprächstherapie ist wenig aussagekräftig, da viele Formen der Psychotherapie auf dem Gespräch beruhen. Die entsprechende Therapieform wird daher oft auch als klientenzentrierte oder personenzentrierte Psychotherapie bezeichnet. Grundannahme der Gesprächspsychotherapie ist, dass in erster Linie die Beziehung von Therapeut und Klient den Ausschlag geben für den Erfolg einer Therapie. Folglich steht diese Beziehung auch im Mittelpunkt der therapeutischen Überlegungen.

Carl Rogers Ansatz

Carl J. Rogers (1902 – 1987), der Begründer der Gesprächspsychotherapie, erkannte einen Zusammenhang zwischen konstruktiver Persönlichkeitsveränderung und personzentrierter Haltung des Therapeuten. Diesen konnte er in den 1960er Jahren anhand empirischer Untersuchungen auch wissenschaftlich belegen. Wichtig für den Erfolg der Psychotherapie seien, so Rogers, drei Grundhaltungen des Therapeuten dem Klienten gegenüber. Erstens die bedingungslose positive Wertschätzung der Person des Klienten, zweitens die Empathie ihm gegenüber und drittens die Echtheit bzw. Kongruenz des Therapeuten in seiner Haltung gegenüber dem Klienten. Diese drei Grundhaltungen bilden nach Rogers die Grundlage der psychotherapeutischen Wirkung. In der Folge entwickele der Patient die Fähigkeit, sich seiner eigenen Person wertschätzend, empathisch und kongruent zuzuwenden.

Humanistisches Menschenbild

Die Gesprächspsychotherapie geht von einem humanistischen Menschenbild aus, demzufolge jeder Mensch das Potential zu seiner Vervollkommnung in sich trägt und und unter den Bedingungen entsprechend günstiger Beziehungen auch zu verwirklichen im Stande ist. Zentral ist der Begriff des Selbstbildes. Stimme das Selbstbild eines Menschen nicht mehr überein mit seinem erfahrenen Erleben, führe dies zu Anspannungen und Störungen, die von den betroffenen Menschen als Konflikte empfunden werden.

Das Verhalten des Therapeuten in der Gesprächspsychotherapie ist nicht-direktiv. Inhalte und Prozess der Psychotherapie werden vom Patienten bestimmt. Die hilfesuchende Person mit ihren jeweiligen Gefühlen, Wünschen, Wertvorstellungen und Zielen steht im Mittelpunkt der Interaktion. Im Rahmen einer vertrauensvollen Atmosphäre kann der Patient kreativ und ohne Angst an der Bewältigung seiner Probleme arbeiten. Auf Seiten des Therapeuten liegt der Schwerpunkt unter anderem in aktivem Zuhören und die Einfühlung in die Perspektive des Ratsuchenden sowie in einer möglichst unverfälschten Rückmeldung des emotionalen Inhaltes von Aussagen des Patienten. Dies führt den Patienten an seine eigenen Empfindungen und an Antworten heran, die er im Alltag oft nicht wahrnehmen oder aussprechen kann.

Schwäche

Die Schwäche der Gesprächspsychotherapie liegt sicherlich darin, dass im Vergleich zu anderen Verfahren wesentlich weniger theoretische und technische Erkennnisse vorliegen, die dem Therapeuten als spezifischer Wegweiser für einzelne Problem- oder Persönlichkeitskonstellationen dienen können.

Anwendungsbereiche

Die Gesprächspsychotherapie wird in einer ganzen Reihe von Störungen erfolgreich angewandt: etwa bei Partnerschafts- und Familienproblemen, in Krisensituationen, in der Suchttherapie, bei psychosomatischen Störungen, Neurosen und bei Persönlichkeitsstörungen. Ihre Wirksamkeit ist gut belegt und inzwischen auch vom wissenschaftlichen Beirat akzeptiert, sie sind beruftsrechtlich anerkannt. Inzwischen hat die Gesprächspsychotherapie neben den drei bisher anerkannten Verfahren Tiefenpsychologie, Psychoanalyse und Verhaltenstherapie auch eine gleichberechtigte sozialrechtliche Anerkennung erfahren, so dass Gesprächstherapeuten unter Umständen eine Kassenzulassung erhalten können.

In dieser Praxis

In dieser Praxis fliessen prinzipiell Erkenntnisse der Gesprächspsychotherapie wie z. B. die zur therapeutischen Beziehung mit in das psychotherapeutisches Vorgehen ein. Sicherlich bin ich in meinem therapeutischen Denken auch ganz allgemein durch die Vertreter und die Schriften dieser Therapieform beeinflusst worden. Eine Gesprächstherapie im engeren Sinne biete ich nicht an.