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Therapieangebote

Gruppentherapie

Ambulante Gruppentherapie wird in letzter Zeit gefördert und daher auch wieder öfter angeboten. Mehrere Initiativen u. a. von Seiten einzelner Krankenkassen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung haben bewirkt, dass die Förderung von Gruppentherapie im aktuellen Koalitionsvertrag der Regierung festgeschrieben wurde. Neue Richtlinien für die Arbeit der Psychotherapeuten bieten flexiblere Möglichkeiten für das Angebot von Gruppen. Hintergrund dafür ist, dass diese Behandlungsform im Durchschnitt mindestens ebenso wirksam ist wie eine Einzeltherapie. Therapie in der Gruppe wird im Allgemeinen unter anderem bei Depressionen und Burnout, bei Ängsten, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline und Abhängigkeitserkrankungen angewandt. Falls Sie einmal in einer psychosomatischen Klinik waren, dann werden Sie vermutlich bereits an einer Gruppentherapie teilgenommen haben, denn dort gehört diese Therapieform seit Jahrzehnten zum erprobten Standardrepertoire.

Gruppengröße

Gruppentherapie ist bei ganz unterschiedlichen Gruppengrößen wirksam. In meiner Praxis biete ich Gruppen mit 6 bis 9 Teilnehmern an.

Aktuelle Gruppen

Die aktuellen Gruppen richten sich vor allem an Menschen mit Depressionen, Burnout, Lebenskrisen sowie Angststörungen. Aktuell gibt es mehrere verschiedene Gruppen, so dass neben den Diagnosen auch andere Persönlichkeitseigenschaften berücksichtigt werden können, um eine möglichst gute Passung von dem einzelnen Teilnehmer zur Gruppe erreichen zu können.

Die Gruppen finden von 8:00 bis 9:40, von 9:00 bis 10:40, von 10:00 bis 11:40 oder 13:00-14:40 statt.
Und ja: Demnächst werden Plätze frei.

Ihre Voraussetzungen

Sie können sich vorstellen, auch im Kreise mehrerer anderer Betroffener über sich und Ihre Sorgen zu berichten und über Ihre Gefühle zu sprechen. Sie sind insgesamt relativ stabil und können Ihren Alltag einigermaßen gut bewältigen. Weitere Bedingungen sind: Sie sind erwachsen und haben regelmäßig und zuverlässig an dem Vormittag oder Nachmittag, an dem die Gruppe stattfindet, Zeit. Es hat zu keinem Zeitpunkt eine psychotische Erkrankung (u. a. Schizophrenie) vorgelegen und sie sind nicht suchtkrank oder stabil trocken.

 

Warum Gruppe?

In der Gruppe können Menschen mit ähnlichen Problemen bzw. Symptomen sich miteinander austauschen. Geteiltes Leid ist schließlich sprichwörtlich halbes Leid. Im Lichte der Betrachtung anderer Betroffener treten bestimmte Eigenarten und Schwierigkeiten deutlicher zutage, werden verständlicher und wirken menschlicher. In der Gruppen kann vom Wissen, den Vorstellungen und Perspektiven der anderen Teilnehmer profitiert werden.  Gemeinsam entwickelte Lösungsansätze können dann umgesetzt und erprobt werden. Gruppen entwickeln typischerweise auch eine Dynamik, das heißt, sie sind lebendig und die Teilnahme aktiviert, motiviert, bringt Spaß. Insofern bietet die Gruppe neben der Therapeutin weitere acht Cotherapeuten bzw. Cotherapeutinnen (nämlich die anderen Teilnehmerinnen), die Ihnen helfen, Wege aus der Krankheit zu finden.

Tatsächlich sind psychische Beschwerden letztendlich in den allermeisten Fällen auch Leiden an der Beziehung zu anderen Menschen bzw. an Erlebnissen mit diesen. Im Rahmen der Gruppentherapie wird nicht nur – wie in einer Einzeltherapie – über die zwischenmenschlichen Erlebnisse gesprochen bzw. sie mit der Therapeutin durchlebt, im Rahmen der Gruppentherapie steckt jeder mitten in einer komplexen sozialen Situation, die die Chance bietet, vergleichsweise risikolos sich selbst zu reflektieren, probeweise anders zu handeln und sich dadurch mit den eigenen Gefühlen und Eigenarten zu verändern. Ziel ist es, hinter die krankmachenden Faktoren zu kommen und diese schrittweise zu verändern.

Die Betroffenen entscheiden sich für die Teilnahme an einer Gruppe oft als alleinige Behandlungsform oder auch als nachfolgende Behandlung nach Klinikaufenthalten.

Die Praxis der psychodynamischen Therapie

Die Gruppenmitglieder sitzen im Kreis zusammen mit der Therapeutin. Feste Themen gibt es in der Regel nicht, das heißt das Gespräch entwickelt sich frei aus den Beiträgen der einzelnen Teilnehmer.

Die Gruppentherapie findet in Gruppen von 8 bis 9 Teilnehmenden oder mit 5 bis 6 Personen statt. Jede Sitzung dauert 100 Minuten. Jede Person, die teilnimmt, gehört fest zu einer Gruppe. Die Termine finden wöchentlich zu einer bestimmten Zeit statt und dies in der Regel außerhalb der Schulferien. Sie sind „halboffen“, das heißt die ersten Teilnehmer starten zunächst gemeinsam und später werden neue Gruppenmitglieder in die bestehende Gruppe aufgenommen.

Es gibt einige Regeln, an die jeder sich halten sollte. Die wichtigste Regel ist die, dass jedes Gruppenmitglied über das von den anderen Gesagte absolutes Stillschweigen bewahrt. Eine erfolgreiche Teilnahme an dieser Therapieform lebt davon, dass Sie zuverlässig (und pünktlich) an allen Terminen teilnehmen möchten/können.

Vor der Gruppentherapie finden vorbereitende Einzelgespräche im Rahmen der probatorischen Sitzungen mit mir statt, die dazu dienen, dass sie mich und ich sie besser kennen lernen kann. Damit können Sie bereits vorab Vertrauen aufbauen und ich kann später besser auf Sie eingehen.

Die Auswahl der einzelnen Gruppenmitglieder findet nach dem Prinzip der Passung statt. Das heißt die Person, die zur Gruppe hinzu kommt, sollte mit ihren Eigenschaften wie z.B. Alter, Geschlecht und Diagnose in die aktuelle Gruppenkonstellation grundsätzlich passen, damit sie sich dort auch wohlfühlen kann und die Gruppe erfolgreich arbeiten kann. Ziel ist eine liebevolle, annehmende Atmosphäre.

Indikationsgruppen

In Indikationsgruppen werden die Teilnehmer mit bestimmten Diagnosen oder Diagnosefeldern in einer Gruppe zusammengefasst, das heißt die Gruppe ist für Menschen mit bestimmten Problemen angezeigt (= indiziert). Dadurch ist es möglich, sich konkreter zu bestimmten speziellen Fragen des Krankheitsbildes und der Lösungswege und Erfolgsrezepte auszutauschen und von den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Zudem ist es oft ein sehr erleichterndes Gefühl zu erleben, mit dem eigenen Problem nicht alleine dazustehen. Die Ziele jedes Einzelnen, die er oder sie mit der Therapie errreichen möchte, werden natürlich von der zugrundeliegenden Problematik abhängen. So wird jemand mit einer depressiven Verstimmung sich vielleicht vornehmen, sich mehr durchzusetzen, „nein“ zu sagen oder wieder mehr am Leben teilzunehmen, und jemand mit Ängsten wird sich eventuell konkrete Schritte zur Angstüberwindung überlegen, während sich jemand mit einer Essstörung als Ziel setzen könnte, wieder normal am Tisch mitessen zu können oder die Gedanken um das Essen minimieren wollen.

Das gemeinsame Bestreben, ähnliche Ziele zu erreichen, kann den Erfolg dabei fördern.

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Kosten und Dauer

Die Kosten für die von Ihnen wahrgenommenen Sitzungen tragen gesetzliche und private Kassen (je nach Tarif) sowie die Beihilfe. Sie werden in der Regel vorab bei den jeweiligen Kostenträgern beantragt. Die Kosten für nicht wahrgenommene Sitzungen sind privat und unabhängig von den jeweiligen Gründen zu tragen oder werden im Vertrages mit der BAMER/GEK und der TK durch die Krankenkassen gedeckt.

Gruppentherapiegespräche setzen eine formelle Beantragung bei den Krankenkassen voraus und finden in der Regel zunächst als Kurzzeittherapien mit 25 Doppelstunden statt, die mit entsprechenden Begründungen auf bis zu 80 Sitzungen verlängert werden können. Das ist eine ungefähre Therapiezeit von einem  Jahr bis zu 2 Jahren.

Die Theorie

Psychotherapie in der Gruppe unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Einzelherapie. Wir Menschen sind „Gruppenwesen“, werden in eine Gruppe – unsere Familie – geboren und entwickeln uns in Gruppen. Dort entfalten wir unsere Stärken und Schwächen, Fähigkeiten und Mängel – auch seelisches Leid.

Wir verändern uns in Gruppen und so können Gruppen auch für psychotherapeutische Veränderungen genutzt werden. Die Behandlung des Einzelnen findet im Netz der Beziehungen in der Gruppe statt. Unbewusst neigen wir dazu, unsere gewohnten Beziehungs- und Verhaltensmuster in der Gruppe zu wiederholen, so dass das, was im Kontakt mit einer Person möglicherweise verborgen bleibt, sich innerhalb des Zusammenspieles der Gruppenmitglieder abbildet und dadurch einer Reflektion und ggf. einer Veränderung zugänglich wird.

In der Gruppenbehandlung richtet sich die Aufmerksamkeit auf unbewusste Beweggründe innerhalb der Beziehungen, auf Ängste und Blockierungen und auf die Art, wie der Teilnehmer und die Gruppe sich gegenseitig beeinflussen. Bei diesen den Einzelnen tiefer bestimmenden Bestrebungen hilft die wertschätzende und freundliche Unterstützung durch die Gruppe und die Therapeutin Veränderungen einzuleiten. Dabei bestimmen die Gruppenmitglieder durch ihre Beiträge den Verlauf des Gesprächs.

Die Gruppentherapeutin hilft, die dort ablaufenden Prozesse besser zu verstehen, so dass sich alle Teilnehmenden weiterentwickeln können. Sie kann eine weitgehend passive Haltung einnehmen, aber auch recht aktiv ins Geschehen eingreifen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die unbewusste Kommunikation der Mitglieder untereinander und die inneren Motive der Einzelnen zu beobachten und ins Gespräch zu bringen. Entscheidend für die Therapeutin sind dabei oft die minimal gezeigten Gefühlsäußerungen, auch Minimimik genannt. Mit Hilfe dieses Vorgehens können die Wurzeln des Leidens der Einzelnen sowie die aktuellen krankmachenden Verhaltensmuster gemeinsam herausgearbeitet und verändert werden, so dass es zu einer deutlichen Verbesserung der seelischen Befindlichkeit kommt.

Allgemeine Vorschläge für Gruppengespräche frei nach Ruth Cohen

  • Wertschätzend mit anderen umgehen
  • Ausreden lassen
  • Störungen haben Vorrang
  • Möglichst Ich-Botschaften verwenden
  • Weniger Fragen, mehr Aussagen
  • Gefühle sind erlaubt
  • Rückmeldungen sind erwünscht
  • Den anderen direkt ansprechen

Die Therapieform

Bei den hier angeboteten Therapien handelt es sich um tiefenpsychologisch fundierte bzw. psychodynamische Psychotherapie. Ich bin qualifiziert für die Durchführung von Gruppenpsychotherapien nach dem Göttinger Modell (Heigl&Heigl-Evers) und der Gruppenpsychoanalyse nach Foulkes. Zudem fließen in meine Arbeit gegebenenfalls Techniken und Elemente aus dem Bereich des Psychodramas, der themenzentrierten Interaktion (TZI) sowie der verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppentherapie und der Psychoedukation ein.

Nicht zu verwechseln ist die tiefenpsychologisch fundierte Gruppentherapie mit verhaltenstherapeutischen Gruppen, die bestimmte Themen schematisiert z. B. mit ganz konkreten Anweisungen anleiten und sich Themen mit Hilfe strukturierter Maßnahmen erarbeiten. Die Gruppen hier sind in der Regel offen und vergleichsweise frei, bieten Platz für die Interaktion untereinander und die Erarbeitung der jeweiligen Themen, die von den Teilnehmenden eingebracht werden. Dabei geht es weniger um konkrete Lösungen, sondern um das gemeinsame Erleben und Erarbeiten.

Zu mir

Vor der Eröffnung meiner Praxis habe ich unter anderem als Klinikpsychologin etliche Jahre psychotherapeutisch und pädagogisch orientierte Gruppen geleitet. Mit Niederlassung habe ich mich dann viele Jahre auf Einzeltherapien konzentriert. Nun freue mich darüber, dass ich wieder verstärkt therapeutische Gruppen anbieten kann. Mir gefällt diese lebendige Form der Therapie und ich bin immer wieder begeistert von den interessanten Ideen und pfiffigen Lösungen, die von den unterschiedlichen Teilnehmenden eingebracht werden.

Seit 2012 wurden insgesamt acht Therapiegruppen für Menschen mit Depressionen, Angststörungen, Burnout sowie Lebenskrisen eröffnet. Teilnehmen können auch Menschen, die unter den Folgen traumatischer Erlebnisse oder auch gravierenden Erkrankungen leiden, wenn mit der Teilnahme eine allgemeine Stabilisierung angestrebt werden soll.

Die meisten Gruppen finden vormittags statt.

Und ja: In nächster Zeit werden Therapieplätze frei werden. (Stand März 2017)