Die Gruppenpsychotherapie ist eine der besonders wirksamen und ökonomischen Formen von Psychotherapie. Sie wird eingesetzt unter anderem bei Ängsten, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen. Psychotherapie in der Gruppe unterscheidet sich in vieler Hinsicht von der Einzelpsychotherapie. Wir Menschen sind "Gruppenwesen", werden in eine Gruppe - unsere Familie - geboren und entwickeln uns in Gruppen. Dort entfalten wir unsere Stärken und Schwächen, Fähigkeiten und Mängel - auch seelisches Leid.
Wir verändern uns in Gruppen und so können Gruppen auch für psychotherapeutische Veränderungen genutzt werden. Die analytische Gruppentherapie wurde auf der Grundlage der Psychoanalyse und der Erforschung des menschlichen Zusammenlebens in Gruppen entwickelt. Die Behandlung des Einzelnen findet im Netz der Beziehungen in der Gruppe statt. Unbewusst neigen wir dazu, unsere gewohnten Beziehungs- und Verhaltensmuster in der Gruppe zu wiederholen; auch wenn sie bewusst gar nicht in unserem Sinne sind.
In der Gruppenbehandlung richtet sich die Aufmerksamkeit auf unbewusste Beweggründe der Beziehungen, auf Ängste und Blockierungen, die den Einzelnen behindern und sein Leiden zementieren, und auf die Art, wie der Teilnehmer und die Gruppe sich gegenseitig beeinflussen. Die Gruppenmitglieder bestimmen durch ihre Beiträge den Verlauf des Gesprächs. |
Die Gruppentherapeutin hilft, die dort ablaufenden Prozesse besser zu verstehen, so dass sich alle Teilnehmenden weiterentwickeln können. Sie kann eine weitgehend passive Haltung einnehmen, aber auch aktiv ins Geschehen eingreifen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die unbewusste Kommunikation der Mitglieder untereinander und die inneren Bestrebungen der Einzelnen zu beobachten und ins Gespräch zu bringen. Damit können dann die Wurzeln des Leidens der Einzelnen sowie die aktuellen krankmachenden Verhaltensmuster gemeinsam herausgearbeitet und verändert werden, so dass es zu einer deutlichen Verbesserung der seelischen Befindlichkeit kommt.
Ausgebildet sind wir in den Techniken der Gruppe npsychotherapie nach dem Göttinger Modell (Heigl&Heigl-Evers), der Gruppenpsychoanalyse nach Foulkes so wie im Bereich des Psychodramas und der themenzentrierten Interaktion (TZI), wobei die beiden letzteren nur indirekt in das Vorgehen einfließen, bzw. in verhaltenstherapeutisch orientierter Gruppentherapie und Psychoedukation.
Zur Zeit bieten wir keine Gruppentherapie in unserer Praxis an. Wir vermuten aber, dass die Nachfrage nach therapeutischen Gruppen in der Zukunft wieder steigen wird und werden dann auch Gruppen anbieten. |