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Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Allgemeines

Ehrgeizig und selbstbewusst, mit Sinn für das Besondere und einer hohen Anspruchshaltung aufzutreten gilt als gute Voraussetzung für privaten und beruflichen Erfolg. Bei Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung tritt aber an die Stelle eines stabilen Selbstwertgefühls, das den Aufbau tragfähiger Beziehungen fördert, eine irrational überhöhte Selbsteinschätzung. Die Folge davon sind massive Probleme mit dem sozialen Umfeld.

Ursachen

Die Ursachen für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung werden in der Eltern-Kind-Beziehung des Patienten gesehen. Möglicherweise haben die Eltern dem Kind schon früh das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes und besser als andere zu sein. Auch das Gegenteil, ein Mangel an Aufmerksamkeit, oder aber elterliche Aufmerksamkeit, die durch herausragende Leistungen verdient werden muss, kann zur Entstehung führen. Tiefenpsychologisch lässt sich das Krankheitsbild der narzisstischen Persönlichkeitsstörung auf ein gestörtes Verhältnis der verinnerlichten Selbst- und Objektrepräsentationen zurückführen. Das Fehlen positiver innerer Objektrepräsentationen wird durch Idealisierung des Selbst und Entwertung äußerer Objekte kompensiert.

Symptome

Wer an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet, wird im Berufsleben, in der Partnerschaft und im Freundeskreis unter den Konsequenzen seines unrealistischen Selbstbildes zu leiden haben.

Der Betroffene entwirft Phantasien von Macht und Erfolg, träumt aber auch von idealer Liebe. Seine Mitmenschen verdächtigt der Patient generell neidisch auf ihn zu sein. Gleichzeitig wird aber er selbst von diesem Gefühl recht intensiv heimgesucht. Sein Auftreten erscheint anderen als arrogant und sie fühlen sich oft von ihm benutzt. Auch braucht der Betroffene dauernd Bestätigung von außen. Typisch ist ein Mangel an Empathie, die Weigerung, Bedürfnisse seiner Mitmenschen anzuerkennen. Dabei reagiert der Patient selbst aber überaus empfindsam auf Kritik. Zum Teil wird darauf mit einem weiteren Ausbau des irrationalen Selbstbildes reagiert und es entsteht ein Teufelskreis. Mögliche Folgen sind soziale Isolation und Depressionen bis hin zum Selbstmord. Ob es sich im individuellen Fall einfach um einen ehrgeizigen und dominanten Persönlichkeitsstil oder aber um eine Therapie bedürftige Persönlichkeitsstörung handelt, hängt vom subjektiv empfundenen Leid des Betroffenen ab. Dabei wird ein mit vielen Erfolgen und geschickt eingeworbener Anerkennung lebender Narzisst sicher zufriedener sein als ein solcher, der seine Aggressivität selbstschädigend auslebt und Misserfolge und Entwertungen erdulden muss. Nicht selten wird daher nach persönlichen Rückschlägen und Kränkungen therapeutische Hilfe in Anspruch genommen.

Therapiemöglichkeiten

In der Therapie wird an der Fähigkeit des Patienten gearbeitet, seine Verhaltensweisen bewusst zu reflektieren, Empathie zu entwickeln und Kritik auszuhalten. Die tiefenpsychologisch ausgerichtete Therapie versucht außerdem, anhand der Übertragung in der Patient-Therapeut-Beziehung abgespaltene Selbst- und Objektrepräsentationen zuzulassen und zu integrieren.

   
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