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Diagnosen

Panikattacken

Panik – Panikattacke – Panikstörung

Wie aus heiterem Himmel, ohne konkreten Anlass tritt eine Panikattacke auf. Sie bringt die Betroffenen in erhebliche Bedrängnis. Das Empfinden, die Nerven zu verlieren oder „verrückt“ zu werden, gehört oft dazu. Der Körper antwortet mit Brustschmerzen, Beklemmungsempfinden, Herzrasen, Schwindel und Schweißausbrüchen. Nicht selten gleicht die Symptomatik einem Herzanfall oder -infarkt. Häufig sind Panikstörungen mit einer Agoraphobie gekoppelt. Man fürchtet sich vor Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder überfüllten Warenhäusern und gerät dort leicht in Panikzustände.

Angst ist ein psychischer und physiologischer Mechanismus, mit dem Menschen auf bedrohliche Reize reagieren. Angst ist überlebenswichtig, denn ohne Angst wären Menschen nicht imstande, sich situationsadäquat zu verhalten. Erst wenn jemand in Situationen, die an sich nicht bedrohlich sind, so viel Angst empfindet, dass sein Leben dadurch beeinträchtigt wird, wird die Angst zum Problem. Manche Menschen erleiden scheinbar ohne Grund plötzlich schlimme Panikattacken. Diese können sich zu einem Teufelskreis der Angst entwickeln.

Modell von Clark – Teufelskreis der Angst

Nach dem Modell von Clark (1988) bewirkt ein interner oder externer Auslöser die Wahrnehmung von Gefahr. Diese führt zu diffusen oder konkreten Befürchtungen und dunklen Ahnungen sowie körperlichen Missempfindungen, die wiederum als Katastrophe interpretiert werden. Dieses Katastrophengefühl stellt selbst einen weiteren Auslöser für die Wahrnehmung von Gefahr dar, wodurch sich der Kreis schließt.

Angst als Ursache von Angst

Von einem Teufelskreis der Angst spricht man dann, wenn ein isoliert auftretendes Element der psycho-physischen Angstreaktion zum Auslöser einer neuen Panikattacke werden kann. Wer bereits unter seiner Angst leidet, entwickelt eine Angst vor der Angst. Jedes beliebige Element – seien es Veränderungen am Körper, physiologische Symptome (Herzklopfen, Schwitzen, Schwindel), bestimmte Wahrnehmungen oder Gedanken an Angst auslösende Situationen – kann eine irrationale Kettenreaktion der Angst in Gang setzen. Generell neigen Menschen, die körperlichen Vorgängen gegenüber sehr aufmerksam sind, mehr zu Angstattacken als andere. Die Wahrnehmung körperlicher Veränderungen oder Symptome, für die man keine Erklärung hat, löst dann Angst aus. Aufgrund der Angst verändert sich die Atmung, beispielsweise

hyperventiliert die geängstigte Person oder atmet die Luft nur unzureichend aus, mit der Folge einer weiteren Steigerung der entsprechenden körperlichen Symptome und Reaktionen wie bspw. eine Adrenalinausschüttung mit der Folge des für die Angst typischen Herzrasens. Spiralartig schaukeln die psychischen und die körperlichen Prozesse der Angst sich gegenseitig hoch. Am Ende befürchtet der Betroffene vielleicht zu sterben oder den Verstand zu verlieren. Möglicher Weise versucht er das Problem durch Flucht aus der Situation, Vermeidungsverhalten oder durch Einnahme von Medikamenten zu lösen. Doch verschaffen diese Mechanismen ihm nur vorübergehend eine Erleichterung. Langfristig verschlechtern sie den Zustand des Betroffenen.

Angst besiegen statt Angst vermeiden

Typisch ist für den Teufelskreis der Angst, dass ohne eine Bedrohung von außen, durch auslösende Faktoren im Inneren des Patienten, eine anwachsende Angst in Gang gesetzt wird, bei der die einzelnen Faktoren sich gegenseitig verstärken. Die Ursache solcher Angstanfälle ist demnach die falsche Bewertung einer Wahrnehmung. Angst vor der Angst und das damit verbundene Vermeidungsverhalten lösen das Problem nicht, sondern führen zu Einschränkungen in der Lebensführung und erhalten das Problem eher aufrecht.