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Psychotherapie in Neumünster, Maren Hofmann - zurück zur Startseite
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Schilderungen

Schilderung

Gedanken und Gefühle während einer mittelschweren depressiven Episode

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder depressive Episoden durchlebt. Rückblickend ist mir bewusst geworden, dass sich zwar jede Depression im Ansatz ähnelt, doch dass es verschiedene Schweregrade gibt, welche mit unterschiedlichen Symptomen und Gefühlen einhergehen.

Nicht nur einmal wurde mir eine mittelschwere depressive Episode diagnostiziert, welche sich meistens über mehrere Monate hinzog. In dieser Zeit war mein Dasein von Traurigkeit und negativen Gedanken geprägt, welche sich wie ein grauer Schleier über mein gesamtes Handeln und Empfinden legten. Freude, lachen, glücklich sein – diese Begriffe existierten in meinem Leben nicht mehr. Aktivitäten, die mir vor wenigen Wochen noch Vergnügen bereitet hatten, interessierten mich plötzlich kaum noch; ebenso vernachlässigte ich - trotz anschließend auftretender Schuldgefühle – meine sozialen Kontakte und distanzierte mich von guten Freunden. Die Depression beförderte mich in die Isolation, in die Einsamkeit. Ich fühlte mich nicht mehr in der Lage, mich um zwischenmenschliche Beziehungen, meine Arbeit, den Haushalt und mich selbst zu kümmern.

Meine Leistungsfähigkeit sank allerdings nicht nur durch den innigen Wunsch nach Ruhe, sondern auch durch meine Schlafstörungen. Die unentwegt kreisenden Gedanken und Grübeleien, welche mich Nacht für Nacht in melancholisch-verzweifelte Stimmungen versetzen, machten mir das Einschlafen schwer, so müde ich auch gewesen bin. Des Weiteren plagten mich nicht selten intensive, realitätsnahe Albträume, sodass es nur noch eine Wunschvorstellung gewesen ist, eine Nacht komplett durchzuschlafen oder am nächsten Morgen erholt und munter zu erwachen. Ich fühlte mich träge, lustlos und schwach. Ein damit zusammenhängendes Symptom während meiner mittelschweren depressiven Episode war

 

die Antriebsarmut. Aufgaben, die für andere Menschen zum Alltag gehören, kosteten mich Unmengen an Kraft und stellten sich mir wie unüberwindbare Hürden dar. Meine Hoffnungslosigkeit und mein Pessimismus führten dazu, dass ich mich diesen Herausforderungen nicht zu stellen wagte.

„Ich kann nichts, ich bin nichts.“ - solche und ähnliche Gedanken schwirrten häufig in meinem Kopf herum und wurden nur selten von positiven Ereignissen und Gefühlen vertrieben. Durch den seelischen Schmerz und die chronischen Kopfschmerzen, welche ein psychosomatisches Symptom als Reaktion auf die Depression waren, entstanden schließlich Suizidgedanken: „Warum tue ich mir das eigentlich noch an? Mich würde niemand vermissen, wenn ich weg wäre. Vielleicht sollte ich einfach gehen.“. Glücklicherweise blieb es lediglich bei Selbstmordgedanken und nicht dem konkreten Vorhaben, dies in die Tat umzusetzen. Im Gegensatz dazu war ich während einer schweren depressiven Episode fest entschlossen mir das Leben zu nehmen, plante meinen Selbstmord, von dem mich nichts und niemand hätte abhalten können. Wer unter einer schweren Depression leidet, nimmt alles negativ wahr, ausnahmslos. Es ist keine Hoffnung auf Genesung vorhanden und auch der Wunsch auf ein besseres Leben existiert nicht mehr.

Jede depressive Phase ist ernstzunehmen und fühlt sich für den Betroffenen schlimm an, doch erst im Nachhinein erkennt man, dass es nicht nur im Fühlen, sondern auch im Denken große Unterschiede gibt. Je schwerer und langanhaltender die Depression ist, desto intensiver sind die Empfindungen und Wahrnehmungen. Ebenso kann man feststellen, dass Gedankengänge während einer schweren depressiven Episode weiter ausgeführt werden und sich mehr und mehr im täglichen Dasein festigen.

   
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