Begriffsklärung
Schizophrenie fällt in den Formenkreis der Psychosen. Damit werden krankhafte Geisteszustände beschrieben, die mit Wahnvorstellungen und veränderter Wahrnehmung der Realität einhergehen. Besonders bei bipolaren Störungen (manische Depression) und Schizophrenie kommt es häufig zu diesen Symptomen. In beiden Fällen wird eine Fehlreaktion des Gehirns als Ursache vermutet.
Schizophrenie bedeutet "Bewusstseinsspaltung" und meint die Spaltung der Wahrnehmung der realen Welt von der Wahrnehmung einer selbst erschaffenen Welt.
Symptome
Die Schizophrenie weist keine einheitliche Symptomatik auf. Es handelt sich vielmehr um einen Symptomkomplex, der verschiedene Kriterien erfüllen muss, um die Diagnose der Schizophrenie stellen zu können. Die einzelnen Symptome können bei vielen Krankheiten auftreten, jedoch gibt es für Schizophrenie charakteristische Symptomgruppierungen.
In der Regel werden die Symptome in Positiv- und Negativsymptomatik unterschieden. In den Bereich der Positivsymptomatik fallen unter anderem Halluzinationen (Sinnestäuschungen) oder Wahn (Verfolgungswahn, Beziehungswahn), als typische Negativsymptomatik werden der Antriebsmangel und die Affektstörungen (Kontaktreduktion, Überreaktion) eingeordnet. Gerade weniger auffällige Symptome wie etwa Beeinträchtigungen des Denkablaufes (absurde Wortschöpfungen, Gedankensprünge) und der Gefühlswelt oder Störungen der Motorik (körperliche Unruhe oder völlige körperliche Starre) sowie der Selbstwahrnehmung (Grenzen zwischen Ich und Umwelt werden durchlässig empfunden) sind ebenfalls typisch und erleichtern oft die Diagnose.
Die Krankheit verläuft in Schüben, manche Patienten erkranken nur ein einziges Mal in ihrem Leben, andere immer wieder. In den meisten Fällen nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf. Zwischen 0,5 und 1 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von dieser Krankheit betroffen. Die meisten Betroffenen erkranken zwischen der Pubertät und dem 35. Lebensjahr, wobei Männer im Durchschnitt fünf Jahr früher als Frauen erkranken.
Für eine eindeutige Diagnose werden zuerst die Symptome beobachtet und körperliche Ursachen anhand von Blutwerten ausgeschlossen. Hält die Symptomatik länger als einen Monat an und lassen sich weder physische noch neurologische Ursachen finden, wird von Schizophrenie ausgegangen.