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Diagnosen

Schlafstörungen

Schlafstörungen bzw. Insomnien

Im Gegensatz zu Schlafstörungen treten kurzfristige Schlafbeschwerden und Schlafprobleme bei vielen Menschen hin und wieder auf und beeinträchtigen die Stimmung allenfalls für kurze Zeit. Anders sieht es jedoch bei ständigen und ausgeprägten Schlafstörungen aus, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Solche Schlafstörungen oder Insomnien strapazieren nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. So können sich bei anhaltenden Schlafstörungen sowohl Beschwerden im Herz-Kreislaufsystem wie auch Bluthochdruck oder Magen-Darmerkrankungen entwickeln. Psychische Belastungen zeigen sich zumeist als depressive Verstimmungen.

Massive Schlafstörungen können sich aus organischen als auch nicht organischen Ursachen ergeben und bedürfen eine unterschiedliche Vorgehensweise, die sich in Bezug auf das Schlafverhalten, sowie der Ursachenbehebung deutlich unterscheiden kann. Während bei nicht-organischen Schlafstörungen oftmals bereits eine Änderung in der Lebensführung und das Anwenden von Schlafhygieneregeln behoben werden können, zeigen sich organische Ursachen der Schlafstörung dagegen als mehrfach behandlungsbedürftig.

Insomnien

Mit Insomnien werden verschiedene Schlafstörungen, wie etwa Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen (nächtliches Aufwachen) oder auch ein vorzeitiges Erwachen benannt. Hierzu zählen auch die Schlafapnoe (Schnarchen und Atemstillstände), die Hypersomnie (Schlaf, der im Übermaß stattfindet), Zirkadiane Schlafstörungen (z. B. bei Schichtarbeitern mit drei Schichten), Parasomnien, wie etwa Alpträume, Schlafwandeln oder auch ein Zähneknirschen im Schlaf (Bruxismus), sowie das Restless-Legs-Syndrom, bei dem sich schlafbezogene Bewegungsstörungen aufzeigen.

Schlafstörungen bei Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren

In jedem Lebensabschnitt können sich Schlafstörungen zeigen, die jedoch alterspezifische Gründe beinhalten können.
So führt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufig ein übermäßiger Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein oder auch Amphetaminen ebenso zu Schlafstörungen wie auch seelische Belastungen, wie Stress in der Schule oder in der Lehrstelle, Liebeskummer und Sorgen finanzieller Natur. Bei älteren Personen zeigen sich Schlafstörungen paradoxerweise oft durch ein Zuviel an Schlaf. Der einstige Rhythmus aus dem Arbeitsleben wird oftmals bei behalten, doch mit weniger Bewegung und auch Beschäftigung benötigen gerade ältere Menschen weniger Schlaf. Allerdings wird zum „nicht denken müssen“ sehr oft schon am frühen Abend ins Bett gegangen, was sich zunehmend im nächtlichen Aufwachen rächt, denn der Mensch kann nicht mehr schlafen als der Körper benötigt. Auch hormonell bedingte Umstellungen, wie etwa durch die Menopause, führen unter Umständen zu Schlafstörungen, die sich in den meisten Fällen jedoch wieder regulieren.

Physiologische Erkenntnisse

Interessant sind neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, die auf den Zusammenhang von dauerhaft schlechtem oder geringem Schlaf und den Hormonen Cortisol (Stresshormon), Ghrelin (Hormon, das unseren Hunger steuert) sowie Insulin belegt. Dieses Zusammenspiel ist vermutlich auch für den Zusammenhang zwischen Schlafproblemen bzw. der Schlafdauer und dem Gewicht verantwortlich. So legen Studien nahe, dass Schlafprobleme Übergewicht begünstigen. Insofern wird hier auch eine Erklärung dafür gegeben, dass Tätigkeiten, die die Schlafqualität verringern wie z. B. exzessives Spielen von Kindern am PC oder inadäquater Fernsehkonsum, mit Übergewicht in Zusammenhang gebracht werden.

Schlafstörungen und deren Behandlung

Vielfach wird bei anhaltenden Schlafstörungen zu medikamentösen Behandlungsmethoden gegriffen, die sich zwar im ersten Moment als hilfreich erweisen, aber durchaus zu einer Abhängigkeit führen können, wie es bei Schlaftabletten der Wirkstoffgruppe der   Benzodiazepine der Fall ist. An den Ursachen wird mit der Einnahme von Schlafmittel ohnehin nichts geändert, weshalb man hier zunächst abklären sollte, ob die Schlafstörungen einen organischen Hintergrund haben. Sollte dies der Fall sein, wird eine medizinische Behandlung für eine Ursachenbeseitigung durchgeführt. Bei nicht-organischen Ursachen empfiehlt es sich zunächst die Schlafhygiene und deren Regeln anzuwenden, sowie bei belastenden Sorgen und Lebenssituationen nach einer Lösung zu suchen. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, einen erfahrenen Psychotherapeuten aufzusuchen, um mit seiner oder ihrer Hilfe endlich wieder zu einem gesunden Schlaf zu finden.