Systemische Therapie - Familientherapie
Der Ursprung der systemischen Therapie liegt in der Familientherapie. Das Einsatzgebiet dieser Therapieform ist sehr umfangreich, ausgehend von der Psychotherapie bis hin zur Pädagogik und Organisationsberatung.
Im Gegensatz zum Pathologie- und Problemdenken legt die systemische Therapie Wert auf das Herausfiltern von Wechselwirkungen und Zusammenhänge vorhandener Problemstellungen und nicht auf die Katalogisierung von Störungen eines Einzelnen. Vielmehr spielt sowohl die Interaktionsweise, als auch das Zusammenspiel vorhandener Probleme der Klienten sowie die Verbindungen der verschiedenen Beteiligten zueinander eine übergeordnete Rolle.
In vielen europäischen Staaten, wie u. a. Finnland, Schweiz oder auch Polen ist die systemische Therapie eine anerkannte und von den Krankenkasse unterstützte Therapieform, die durchaus einige positive Erfolge, in Verbindung mit Therapiedauer und Nachhaltigkeit, verzeichnen kann. Die Wirksamkeit der systemischen Therapie ist genau wie die der Gesprächspsychotherapie in den letzten Jahren wissenschaftlich gut belegt worden und diese Therapieform ist daher seit 2008 beruftsrechtlich anerkannt. Seit Jahren wird deshalb darauf gehofft, dass die systemische Therapie neben den drei bisher anerkannten Verfahren eine sozialrechtliche Anerkennung erfährt und systemische Therapeuten eine Kassenzulassung erhalten können.
Interessanterweise wird die systemischen Therapie von dem philosophischen Gedankensystem des Konstruktivismus gestützt, das wiederum Anhänger unter Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Fachgebiete hat wie u. a. der Philosophie, Soziologie, Physik, Biologie und der Psychologie.
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Die Vorgehensweise in der systemischen Therapie
Typischerweise wird zu Beginn einer systemischen Therapie zwischen dem Therapeuten und dem Klienten ein Auftragsschreiben, welches genaue Zielformulierungen für die weitere Zusammenarbeit beinhaltet, aufgesetzt.
Zwischen den einzelnen Therapieeinheiten werden bewusst längere Zeiträume vereinbart, da man dem Klienten die Möglichkeit geben möchte, neue in der Therapie hinzugewonnene Erkenntnisse, in seinem Lebensalltag mit einzuarbeiten.
In der systemischen Therapie kommen spezielle Techniken zum Einsatz. So wird sie auch Familientherapie genannt, weil gerne alle Mitglieder eines Systems, z.B. einer Familie, zu den Sitzungen eingeladen werden, um die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Familienmitglieder zu einer Veränderung der gesamten Atmosphäre und damit auch des Problems eines der Mitglieder zu nutzen. Daneben gibt es typische Fragetechniken, die helfen, neue Perspektiven aufzuwerfen und neu über Schwierigkeiten nachzudenken. Einige Techniken sind wegen des hohen Aufwandes außer Mode gekommen. So hat man z.B. früher gerne ein Team von mehreren Therapeuten hinter einer verspiegelten Wand zuschauen zu lassen, wenn eine Familie mit wiederum zwei oder mehreren Psychotherapeuten über ihr Problem gesprochen hat. Danach konnten dann die Klienten die Diskussion dieses Teams über das, was sie beobachtet haben, verfolgen und gemeinsam Schlussfolgerungen daraus ziehen.
In unserer Praxis fließen Bestandteile der systemischen Psychotherapie in die laufenden Therapien ein, wenn dies sinnvoll erscheint und zum Klienten passt. Bei der Eheberatung , im Coaching und in der Supervision kommen systemische Ansätze regelmäßig zum Einsatz.
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