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Psychotherapie in Neumünster, Maren Hofmann - zurück zur Startseite
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Tinnitus

Ungefähr jeder zehnte Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einem Tinnitus. Mit diesem Begriff bezeichnet man verschiedene Arten ständig auftretender Ohr- und Kopfgeräusche, wie beispielsweise Pfeifen, Rauschen, Zischen, Piepsen, Brummen etc. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen nicht um messbare 'objektive Geräusche', die auf bestimmte physische Veränderungen zurückzuführen sind, sondern um das Auftreten von 'subjektiven Geräuschen'. Diese können nicht mit technischen Hilfsmitteln erfasst werden und werden ausschließlich von den Betroffenen wahrgenommen.

Ein Tinnitus ist kein eigenes, sondern ein Symptom eines Krankheitsbilds, kann sich aber verselbständigen und einen Betroffenen langfristig quälen. Je nach Dauer des Leidens handelt es sich um einen akuten, subakuten oder chronischen Tinnitus. Bei Letzteren spricht man von einem kompensierten Tinnitus, sofern der Betroffene dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Ein dekompensierter Tinnitus hingegen wird von den Betroffenen als eigenständiges Leiden wahrgenommen, das sich auf viele Lebensbereiche negativ auswirkt und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Zu den typischen Folgen eines Tinnitus zählen Schlafmangel, Gereiztheit, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Niedergeschlagenheit, ein länger andauernder Verlauf kann schlimmstenfalls sogar Depressionen auslösen.

Ein Tinnitus entsteht als psychosomatische Reaktion auf Belastungen und sollte als Warnzeichen für körperliche oder seelische Überforderung verstanden werden. Mögliche

Ursachen können physischer Natur sein, wie beispielsweise Mittelohrentzündungen, Herzkreislauferkrankungen, verschiedene Formen der Schwerhörigkeit, Gefäßerkrankungen, Tumore, Kiefer- oder Halswirbelfehlstellungen. Zum anderen führen häufig psychische Ursachen wie z. B. Depressionen, Angststörungen und somatoforme Störungen, Stress und Überforderung zu einem Tinnitus.

Bei der Behandlung ist zunächst eine rasche Diagnose durch einen HNO-Arzt wichtig, so kann z. B. rechtzeitig eine Akutbehandlung eingeleitet werden, um eine chronische Erkrankung abzuwenden. Je nach Ursache und Dauer werden durchblutungsfördernde Medikamente verabreicht, Kiefergelenk und Halswirbelsäule untersucht oder Hörgeräte eingesetzt. Zudem kann der Einsatz von Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, Yoga, Suggestion bzw. Hypnosetechniken o.ä. geboten sein. Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie können verhaltensmedizinische Techniken zum Einsatz kommen, die dem Leidensgeschehen aktiv gegensteuern.

Im Falle eines chronischen Tinnitus helfen Maßnahmen wie Tinnitus-Maskierung oder Tinnitus-Retraining-Therapie, die Geräusche zu verdecken oder aus dem Bewusstsein zu verlieren und nicht mehr als störend zu empfinden. Bei Betroffenen, bei denen eine bereits bestehende psychische Erkrankung zu einem Tinnitus geführt hat, empfiehlt es sich, sich auf die psychotherapeutische Behandlung der primären Erkrankung zu fokussieren, da eine Verbesserung dieser zu einer Verminderung oder gar dem Wegfall des Symptoms führen kann.

   
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