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Zyklothymia – zyklothyme Störung

Freudige Ereignisse, positive Erfahrungen und Erfolge schlagen sich ebenso in der Stimmung eines Menschen nieder wie Misserfolge, Trennungen oder andere negative Umstände. Auch Gründe, die den Menschen selbst verborgen bleiben, wie hormonelle und physiologische Vorgänge wirken sich auf die Stimmung aus. Manche Menschen reagieren sensibler auf diese Faktoren als andere, und bei einigen nehmen die Stimmungsschwankungen eine Intensität an, die das Alltagsleben belastet. Eine solche dauerhafte Instabilität der Stimmung nennt man Zyklothymia.

Ähnlich wie bei der bipolaren Störung wechseln bei der Zyklothymia Episoden gehobener Stimmung und hohem Antriebsniveau mit Phasen der Niedergeschlagenheit und Antriebsarmut ab. Beide Episoden nehmen aber nicht die extremen Ausmaße an, die eine bipolare Störung kennzeichnen. Sie schwanken zwischen einer leichten Depression und Hypomanie. Eine kurze Phase der Stimmungslabilität reicht noch nicht aus, um vom Vorliegen einer Zyklothymia im Sinne einer Störung oder Krankheit zu sprechen. Dafür müssen die Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren hinweg immer wieder in Erscheinung getreten sein und jeweils mindestens vier Tage lang angehalten haben.   

In den hypomanen Episoden zeigt der Betroffene neben einer guten Stimmung eine gesteigerte Aktivität im Berufs- und Privatleben. Dabei richten sich seine Handlungen häufig auf Dinge,

die ihm Lust verschaffen, aber die Gefahr unangenehmer Folgen in sich bergen (risikoreichere geschäftliche Projekte, üppige Einkäufe, euphorisch geschlossene neue Kontakte). Er hat das Gefühl, mit wenig Schlaf gut auszukommen, ist ungewöhnlich gesprächig und fällt möglicher Weise durch seine psychomotorische Unruhe auf. Gedanken und Themen, mit denen er sich befasst, wechseln schnell. Der Betroffene verfügt in dieser Phase über ein sehr hohes Selbstwertgefühl, das sich bis hin zu Größenideen steigern kann.

Dann wieder schlägt die Stimmung nach unten aus. Der Betroffene empfindet ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und kann seiner eigenen Person nur noch in sehr geringem Maße Wertschätzung entgegenbringen. Er fühlt sich schuldig und wälzt Gedanken ohne zu Lösungen zu kommen. Zwischen solchen Phasen, in denen die Stimmung nach oben oder unten ausschlägt, liegen oft Monate, in denen sie stabil bleibt.

Sowohl die Hypomanie als auch die leichte Depression können Reaktionen auf äußere Ereignisse    sein oder sich einfach ohne ersichtlichen Grund entwickeln. Eine Zyklothymia wird meist im jungen Erwachsenenalter bemerkt. Häufig tritt sie bei Menschen auf, in deren Familie es Fälle von bipolarer Störung gab. Bei einem eher seltenen, negativen Verlauf der Zyklothymia entwickelt der Patient selbst eine bipolare Störung.

   
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