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Diagnosen

Psychotherapie bei Zwängen

Psychotherapie bei Zwängen ist in der Regel die Methode der Wahl. Viele Betroffene finden keinen eigenständigen Weg aus der belastenden Situation des Zwangs und bedürfen professioneller Unterstützung. Individuell wie der Mensch und seine Zwangsstörung zeigt sich auch die Psychotherapie, die auf mehrere Methoden zugreifen kann und deshalb einen persönlichkeitsnahen Therapieplan erstellt.

Solch ein Therapieplan bei Zwangsstörungen reicht von einer Erarbeitung der Hintergründe und Motive, über ein Verständnis der Symptome sowie begleitender, unauffälliger Eigenarten und die Zusammenstellung von praktischen Maßnahmen, wie man sich dem Zwang entgegenstellen kann, bis hin zu klassischen verhaltenstherapeutischen Interventionen.

Zwänge bekommen in der Psychotherapie oft aus dem Verständnis zugrundeliegender Motive und Bestrebungen einen Sinn, den es gilt zu verstehen, um eine individuelle Veränderungen planen zu können. Diese persönlichen Veränderungen haben dann das Ziel, den inneren Druck zu reduzieren und damit auch den Druck, die Zwangshandlung auszuüben bzw. das Auftreten der Zwangsgedanken zu minimieren.

Die verhaltenstherapeutischen Strategien umfassen eine stufenweise erfolgende, genau auf den Patienten abgestimmte Konfrontationstherapie, in der sich der Kranke seinen Zwängen entgegenstellt, die aufwallenden Gefühle aushält, ohne dem Impuls zur erneuten Durchführung der Handlung nachzugeben. Auch durch individuelle Entspannungsmethoden sowie Achtsamkeitsübungen wird dem Zwang ein Gegenmodell gegenüber gestellt.

Da der Zwang genau wie die Suchterkrankungen z.B. Alkoholismus als zentrales Symptom eine Störung der Kontrolle über die eigenen Impulse beinhaltet, kommen bei der Psychotherapie von Zwangskranken auch modifizierte Elemente aus der Suchtpsychotherapie erfolgreich zum Einsatz.

Ergänzend können in die Therapie auch Neuroleptika oder auch Antidepressiva involviert sein, die besonders zu Beginn der aktiven Behandlung eine beruhigende Unterstützung darstellen können. Allen Maßnahmen voran geht eine der wirksamsten: Der erste Schritt, sich professionelle Hilfe zu holen und damit seine persönliche Lebensqualität zurück zu gewinnen.