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Diagnosen

EMDR

(Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

Unter EMDR verstehen Mediziner eine umfassende, spezielle Methode zur sanften Bewältigung von traumatischen Begleiterscheinungen und Angst vor allem bei der Posttraumatischen Belastungsstörung. EMDR wird mit erstaunlichem Erfolg seit etwa 1995 praktiziert. Es ein fundiertes, wissenschaftlich anerkanntes Angebot für Erwachsene, das inzwischen auch von den Krankenkassen anerkannt ist. Zahlreiche Studien bekräftigen die Wirksamkeit.

Wenn Sie schlimme Dinge erlebt haben, dann hat das oft langanhaltende Folgen. So können möglicherweise noch nach Jahren Angst, Niedergeschlagenheit und sogenannte flashbacks (Wiedererinnerungen traumatischer Erlebnisse) Ihnen das Leben schwer machen. Diese können Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) sein, für die es lange keine angemessene therapeutische Behandlungsstrategie gab.

 

Detail im Therapieraum symbolisiert ein aufgehendes Farn

 Wirkweise

Hier genau setzt EMDR an. Nach einer angemessenen Phase der Stabilisierung werden ihre Augen mit Hilfe von Handbewegungen oder inzwischen auch mit einem professionellen Lichtbalken (Bild unten) zum schnellen Hin- und Hergleiten animiert. Dabei konzentrieren Sie sich unter einer bestimmten Anleitung auf Aspekte der traumatischen Situation.

Ähnlich wie im Tiefschlaf erfolgt nun eine Verarbeitung des Erlebten. Das Herzklopfen wird weniger, die Atmung auch. Ihre Verkrampfungen lassen nach und Sie können das Durchlebte auf einmal in Worte fassen. Mit diesem Prozess verarbeiten Sie und lernen, Ihre Gefühle und Gedanken auszusprechen. Die Wirkweise von EMDR ist durch die rhythmische Stimulationen beider Hirnhälften begründet, die eine Neuorganisation der Traumaerinnerungen bewirkt.

Bevor diese aktive Phase einsetzt, erstellt die Psychotherapeutin eine gründliche Anamnese. Ein umfassendes Kennenlernen ist ein Muss. Voraussetzung ist eine Lebensumgebung, in der Sie sich sicher und vor erneuten traumatischem Erleben geschützt fühlen können. Wenn Sie sich stabil fühlen, kann die Etappe der Bewältigung voraussichtlich beginnen. Dazu sind in der Regel mehrere Sitzungen notwendig bis die gewünschte innere Sicherheit einkehrt.

EMDR als Therapieprogramm ist nicht mit Hypnose zu verwechseln. Die Arbeit der besonders ausgebildeten Psychotherapeutin besteht darin, Ihnen zu klareren Gedanken und verbessertem Wohlbefinden zu verhelfen. Fühlen Sie sich dann gefestigt, geschieht eine erneute Konfrontation mit dem Geschehenen. Danach gehören ungebetene Erinnerungsfetzen, Herzrasen, Angst und Missempfindungen der Vergangenheit an bzw. sind auf ein erträgliches Maß abgeschwächt und die Belastung ist reduziert.

EMDR-Lichtbalken zur Traumabearbeitung
Qualifikation EMDR-Therapeutin
Weiteres Zertifikat als EMDR-Therapeutin