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Leserforum

Bitte beachten Sie, dass dieser Teil der Webseite sich im Bereich „Archiv“ befindet und daher nicht weiter gepflegt wird.

Ihre Erfahrungen, Anregungen und Tipps

Wer sich zu einer Psychotherapie entschließt, sucht kompetente, freundliche Unterstützung. Mitunter gestaltet sich bereits die Suche nach einem Therapieplatz zum Abenteuer oder Erlebnisse in Kliniken prägen in der einen oder anderen Weise den eigenen Weg im Leben.

Wenn Sie Ihre Erfahrungen weiteren Betroffenen mitteilen wollen, ist hier der geeignete Raum dafür.

Im Austausch miteinander können Sie vielleicht auch einen guten Tipp vermitteln, denn das Angebot von Begleitliteratur, Selbsthilfegruppen oder Fachkliniken ist groß und für den Leidtragenden oder dessen Angehörige meist unüberschaubar.

Wenn Sie einen Beitrag senden möchten, der hier veröffentlicht wird, dann können Sie eine E-Mail unter webmaster@psychotherapie-neumuenster.de an mich schicken.

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Sie erlauben mir damit Ihren E-Mail-Text unter Wahrung Ihrer Anonymität hier zu veröffentlichen, den Inhalt oder die Form gegebenenfalls zu kürzen. Ein Recht auf Veröffentlichung kann ich allerdings nicht einräumen, insbesondere auch weil einige rechtliche Vorgaben hier Einschränkungen fordern. Ich freue mich auf Ihre Post!

Leserforum
Erfahrungen Psychotherapie

Erfahrungen im Bereich Psychotherapie in Kliniken

Hier können Sie als Leser oder Leserin dieser Homepage anderen Interessierten von Ihren Erfahrungen im Bereich der Psychotherapie berichten. Aufgrund rechtlicher Vorgaben bin ich in der Wiedergabe Ihrer Erfahrungen jedoch etwas eingeschränkt, so dass Sie psychische Symptome, Probleme oder auch Selbsthilfestrategien beschreiben können, hier jedoch keine Berichte zu ambulanten Psychotherapien bereitstellt werden dürfen. Einige Beiträge habe ich daher gekürzt wiedergegeben.

(M)ein Leben mit Depressionen

Eine Depression ist eine vielschichtige psychische Erkrankung, die durch zahlreiche Symptome gekennzeichnet ist: Langanhaltende Niedergeschlagenheit und Traurigkeit, starke Selbstzweifel und Antriebsarmut sowie unaushaltbarer seelischer Schmerz. Die Konzentration lässt nach, das Schlafen wird problematisch. Jegliche Freude verblasst – etwas zu genießen fällt schwer. Im Kopf finden melancholische Gedankengänge bis hin zum Wunsch, seinem Leben ein Ende zu setzen, statt.

Nahezu seit ich denken kann, wird jegliche Freude, die ich empfinden könnte, von schweren Depressionen unterdrückt. Ich habe so viel Schlechtes erlebt, dass es kaum möglich ist, an etwas anderes zu denken. Immer wieder muss ich an Situationen denken, denen ich in meiner Kindheit ausgesetzt war….

…. Nach meinem Klinikaufenthalt gründete ich eine Selbsthilfegruppe für Depressive, mache zur Zeit eine Ergotherapie und nehme weiterhin Antidepressiva. Dadurch, dass ich jeden Morgen zur selben Zeiten aufstehe und mir täglich einen Tagesplan mit allen Pflichten, die zu erfüllen sind, erstelle, habe ich mehr Antrieb und es geht mir deutlich besser als vor einigen Jahren…

… Ebenso ist mir klar geworden, dass man sich seiner Krankheit nicht zu schämen braucht, da Depressionen inzwischen eine Volkskrankheit sind. Wer sich rechtzeitig Hilfe sucht, wird die Depression mit Sicherheit mildern können und wieder lernen, dass das Leben mehr Schönes zu bieten hat als man in seinem Schmerz sehen kann.

E-Mail vom 10.12.10 von T. (weiblich)

Dissoziationen – was bedeutet das eigentlich?

Eine Dissoziation ist eine Schutzfunktion der Psyche: Labile Menschen dissoziieren, wenn sie Situationen nicht aushalten / ertragen können und Gefahr laufen, seelisch daran zu zerbrechen. Erinnerungen an traumatische Erlebnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit werden teilweise oder komplett ausgeblendet und vom Bewusstsein abgespalten. Ebenso können Dissoziationen sowohl zum Verlust bestimmter Gefühle und Empfindungen als auch zu einer gestörten Selbstwahrnehmung führen. Dissoziiert der Mensch, kommt es vor, dass er seine Umgebung anders / verzerrt wahrnimmt und die Kontrolle über Körperbewegungen verliert.

Auszug aus einer Email vom 20.12.2010 von T. (weiblich)

Schilderung der Erfahrung bei einem Burnout-Syndrom – Ausgebrannte Seele

Heute bin ich seit genau vier Monaten arbeitsunfähig – weil ich einfach „nicht mehr kann“! Was ich in den letzten ein bis zwei Jahren erlebt habe, hat meine Grenzen überschritten und dafür gesorgt, dass ich nun so etwas wie eine „Pause“ oder vielleicht sogar einen Neuanfang brauche.

Man hört so oft, dass nur Menschen, die in Führungspositionen arbeiten, am Burnout-Syndrom erkranken, weil besonders hohe Forderungen an sie gestellt werden. Ich halte das für ein Vorurteil und spreche aus eigener Erfahrung!

Im Grunde genommen habe ich meinen Job immer geliebt und mich an meinem Arbeitsplatz sehr wohl gefühlt. Irgendwann wurde mir aber alles zu viel: Ich habe in einem kleinen Geschäft gearbeitet, das vor einigen Jahren allerdings in größere Räume gezogen ist – neue Abteilungen wurden eröffnet, das Arbeitspensum musste erhöht werden und die Überstunden häuften sich.

Das Einzige, was nicht anstieg, war die Anerkennung für meine Fähigkeiten und Bemühungen. Es kam mir vor, als hätte ich praktisch von Tag zu Tag mehr Leistung erbracht, ohne dass sie jemals hätte ausreichen können, um wirklich wertgeschätzt zu werden. Ich wollte mich vor meinem Umfeld beweisen, habe mich so sehr in diese Sache „reingehängt“, einen Großteil meiner Freizeit in diesem Laden verbracht und meine persönlichen Interessen dafür zurückgestellt. Trotz allem gab es auf der Arbeit ständig Stress, Zeitdruck, immer mehr Verantwortung, die ich übernehmen musste – das alles hat mich völlig überfordert.

Dass es in meiner Beziehung zunehmend schlechter lief, ist nicht verwunderlich! Wie soll man auch mit jemandem glücklich sein, der kaum noch Zeit hat – und wenn, dann völlig müde, antriebsarm und gereizt ist? Meine Freundin war unzufrieden und konnte wenig Verständnis für mich aufbringen, doch genau das hätte ich so sehr gebraucht! Jemanden, der mich auffängt und mir Kraft für den neuen Tag schenkt. Ja, Kraft war es, die mir fehlte! Völlig ausgebrannt sozusagen.

Es war ein Teufelskreis! Durch die Überforderung und die Erwartungshaltung mir selbst gegenüber, allem und jedem gerecht werden zu müssen, wurde ich mit der Zeit unachtsam, unkonzentriert und erledigte meine Aufgaben nicht mehr mit vollem Herzen. Dadurch sind mir natürlich viele Fehler unterlaufen, die für mich persönliche Misserfolge darstellten und Selbstzweifel in mir auslösten. Ich war emotional so erschöpft, dass mir irgendwann alles gleichgültig wurde. Die Anspannung in der Beziehung habe ich einfach hingenommen, Freundschaften oder überhaupt soziale Kontakte habe ich stark vernachlässigt. Ich habe mich völlig abgegrenzt, wollte mit meiner Hoffnungslosigkeit und inneren Leere allein sein und einfach nur zur Ruhe finden.

Sehr viel besser geht es mir trotz der freien Zeit, die ich für mich selbst nutzen kann, noch nicht, da es mir schwer fällt mich wieder in den Alltag einzuleben und Momente zu genießen. Zumindest weiß ich jetzt aber, dass ich mir selbst Grenzen setzen und auf meine persönlichen Bedürfnisse Rücksicht nehmen muss und darf. Aufgeben werde ich nicht!

Meine Borderline-Erkrankung: Ich bin ein „schwieriger“ Mensch

„Hinschauen statt wegsehen“ – diese Aufforderung hört man häufig, wenn besonders schwere Fälle von Gewalt, Verbrechen oder Missbrauch durch die Medien gehen. Mit diesem oder ähnlichen Sprüchen soll man dazu animiert werden, seinen Mitmenschen gegenüber achtsam zu sein und in Notsituationen hilfsbereit zu handeln.

Wenn ich heute auf meine Jugend zurückblicke, stelle ich fest, dass man diesen Spruch ebenso auf sich selbst beziehen kann und sollte. Denn wer sein eigenes Verhalten und Reagieren aufmerksam beobachtet, indem er z.B. auf die Warnsignale seines Körpers hört, wird sich selbst nicht nur besser verstehen, sondern auch helfen können. Bei mir war dies leider nicht der Fall:

Dass mit mir etwas nicht stimmte, war offensichtlich – ich war einfach „anders“ als meine Freunde und Mitschüler. Während meine Klassenkameraden Spaß hatten und ein scheinbar unbeschwertes Leben führten, war ich ständig am Grübeln, hatte Depressionen, tägliche Kopfschmerzen und Panikattacken. Dazu kamen sehr unangenehme Dissoziationen, Suizidgedanken und große Probleme, meine sozialen Kontakte zu pflegen. Zwischenmenschliche Beziehungen fielen mir immer schwer: Habe ich mich auf der einen Seite so sehr nach Nähe, Liebe und engen Freundschaften gesehnt, stieß ich all diejenigen, die mir etwas bedeuteten, gleichermaßen von mir weg. Mein anhängliches, doch zugleich auch kühles, abweisendes Verhalten hat meine Mitmenschen irritiert – nicht zuletzt mich selbst! Meine Freundschaften und Beziehungen waren zwar immer sehr intensiv, doch ebenso absolut instabil. Sehnsucht und Euphorie im Kampf gegen Verlustangst und Entwertung des zuvor noch heiß geliebten Menschen! Ich konnte meinen inneren Zwiespalt nicht verstehen, rutschte von einem Extremen ins andere und hatte eine wahnsinnige Wut im Bauch.

Dies führte zu der Überzeugung, mich bestrafen und selbstverletzen zu müssen. Der Selbsthass war so groß und der Schmerz schien mir gerecht! In anderen Situationen tat ich es, um mich selbst wieder zu spüren. Es kam nicht selten vor, dass meine Körperwahrnehmung verzerrt war, ich mich selbst nicht spürte – ein ganz unreales Gefühl. Durch Selbstverletzungen (z.B. „ritzen“) habe ich mich wieder lebendig gefühlt; all der seelische Schmerz, den ich in mir trug, führte nämlich nicht nur zu Hoffnungslosigkeit, dem Gefühl von Leere und zeitweiligem Interessenverlust. Irgendwann fühlte ich mich regelrecht „tot“.

Auch auf emotionaler Ebene behandelte ich mich schlecht, indem ich mir manchmal tagelang das Essen verbot oder mir Dinge zumutete, von denen ich im Vorfeld wusste, dass sie mir nicht guttun würden. Inzwischen erkenne ich da ein ganz instabiles Verhalten – immer im Wechsel zwischen Selbstüberschätzung und Minderwertigkeitskomplexen. Mein gesamtes Fühlen und Denken war von Ängsten geprägt, die mein Leben förmlich zu einer Achterbahnfahrt machten und mich sehr impulsiv und unkontrolliert handeln ließen. Inzwischen bin ich achtsamer im Umgang mit meinen Gefühlen, gehe Belastungssituationen ruhiger an und bleibe dadurch mehr im „Hier und Jetzt“ und kann Konflikten mit mehr Objektivität begegnen.

Angehörige

Angehörige

Oft sind es nicht nur die Betroffenen, die mit ihren seelischen Turbulenzen zu kämpfen haben, sondern auch Angehörige, die zusammen mit ihrem geliebten Menschen leiden oder auch um ihn bangen, und die selbst in der Regel sowohl von der Umwelt als auch von den Behandlern nicht ausreichend gesehen und mitbedacht werden. Daher haben viele Familienmitglieder, Freunde und Bekannte das Gefühl, alleine dazustehen, ratlos zu sein. Lediglich im Bereich der Alkoholselbsthilfe gibt es ein flächendeckendes Angebot für Angehörige wie u. a. die Al-Anon-Gruppen. Insofern soll dieser Blog-Bereich den indirekt Betroffenen eine Möglichkeit geben, sich zu äußern und über eigene Erlebnisse, Geschichten und Erfahrungen zu schreiben.

Aufgrund gesetzlicher Auflagen sind wir gehalten keine Berichte über ambulante Psychotherapien wiederzugeben und haben ggf. die zugesandten Texte gekürzt.

Meine Tochter ist magersüchtig

Meine Tochter ist magersüchtig. Lange Zeit habe ich es nicht wahrhaben wollen. Habe ihr immer wieder geglaubt, wenn sie mir sagte, sie sei nicht hungrig, habe schon bei Freunden gegessen. Mich selbst damit beruhigt, dass die Mädchen heute nun einmal alle so dünn sein wollen wie ihre Vorbilder aus den Modezeitschriften und dem Fernsehen. Und mir selbst eingeredet, das gebe sich mit der Zeit schon alles von ganz allein. Dann brach sie eines Tages vor meinen Augen zusammen. Sie kam gerade vom Joggen. Ihr Kreislauf hatte versagt. Wir machten uns sofort auf den Weg zum Krankenhaus, wo man sie ziemlich schnell wieder stabilisierte.

Doch nach der Erleichterung der Schock: „Ihre Tochter muss so schnell wie möglich in eine Klinik für Essstörungen!“ Die Worte des behandelnden Arztes trafen mich wie Messerstiche. „Seit wann ist Ihre Tochter magersüchtig? Ist sie in Behandlung? Wissen Sie eigentlich, wie wenig sie zurzeit noch wiegt? 39 Kilo …“ Nun war ich es, die zusammenbrach. Wie konnte das passieren? Wie konnte ich so lange die Augen verschließen? Die kommenden Tage und Wochen waren die reinste Hölle für mich. Für meine Tochter, die nun stationär gegen Anorexie behandelt wurde, musste ich stark und optimistisch sein. Dabei zerfraßen mich die Selbstvorwürfe so sehr, dass ich nur noch mit Beruhigungsmitteln den Tag überstehen konnte und mich ständig mit meinem Mann darüber stritt, wer nun schuld war und wer wann einmal etwas zu meiner Tochter wegen ihres Schlankheitswahns gesagt hätte. Inzwischen geht es ihr zum Glück besser.

Sie wiegt zwar nur drei Kilo mehr, was mir sehr wenig vorkommt nach fast vier Wochen, aber die Ärzte und Betreuer reden von einem guten Fortschritt. Trotzdem wird sie noch einige Zeit in der Klinik bleiben müssen. Zeit, für meinen Mann und mich, mit uns wieder ins Reine zu kommen. …

E-Mail vom 05.06.2010 von M. (weiblich)

Was, sie ritzt sich?

Hallo, ich will Euch von meiner Freundin erzählen, um die ich mir schon seit einiger Zeit Sorgen mache. Ein bisschen komisch war sie schon immer, manchmal total aufgedreht, dann wieder verschlossen und unnahbar. Ich weiß, dass sie zu Hause Probleme hat. Ihre Mutter hat wieder geheiratet und seitdem ist sie abgeschrieben. Auch mit dem neuen Mann ihrer Mutter läuft irgendwas furchtbar schief. Mit mir darüber sprechen will meine Freundin aber nicht. Neulich entdeckte ich zufällig etwas an ihren Unterarmen. Es sah aus wie Kratzer, nur viel schlimmer – tiefer und mehrere Striemen dicht nebeneinander. Als ich sie darauf ansprach, zog sie schnell ihren Pulli drüber und meinte, sie sei mit dem Fahrrad hingefallen, keine große Sache.

Als ich meiner Mutter später davon erzählte, wusste sie sofort, was los ist. „Was, sie ritzt sich?!“, meinte sie entsetzt und erzählte mir von einem Mädchen, das sie mal im Krankenhaus (meine Mutter ist Krankenschwester) getroffen hatte und das sich selbst mit Rasierklingen die Arme aufschnitt. Ich war total erschrocken, aber meine Mutter verlor keine Zeit, fuhr sofort zu meiner Freundin nach Hause und sprach mit ihrer Mutter. Die hatte noch nichts bemerkt und war völlig hilflos. Also kümmerte sich meine Mutter darum. Sie redete fast zwei Stunden mit meiner Freundin, dann rief sie bei einem psychologischen Notdienst an und bat um Hilfe ….  Ich hoffe, sie hört auf mit diesem Mist, denn es macht mir richtig Angst.

E-Mail vom 21.10.2010 von M. (männlich)

Mein Mann ist Alkoholiker

„Ich möchte hier mal anderen betroffenen Frauen Mut machen – Mut, an sich selbst zu denken. Mein Mann ist Alkoholiker. Gerade macht er wieder einen Entzug, aber das ist nicht das erste Mal. Über zehn Jahre habe ich das mitgemacht: seine Abstürze, seine Launen und Wutanfälle, wenn er nüchtern war, dann wieder seine Versprechen, nie wieder einen Tropfen zu trinken – um kurz darauf wieder zur Flasche zu greifen. Und ich habe jedes mal mitgelitten, mitgekämpft, ihn unterstützt, wenn er wieder mal aufhören wollte, mich gekümmert, ihn getröstet, wenn es ihm schlecht ging – und darüber lange Zeit meine eigenen Bedürfnisse völlig vernachlässigt.“
„Ich war nur noch für ihn da, vernachlässigte meine Freundschaften und Hobbys, und merkte irgendwann, dass ich mich von meinem Mann mit in den Abgrund reißen ließ. Ich beschloss, mir erst einmal selbst zu helfen

…. Inzwischen ist fast ein halbes Jahr vergangen. Es hat sich viel getan. Ich habe mich von meinem Mann getrennt, nachdem er mich einmal mehr im Suff auf das Übelste beschimpft hatte. Ich arbeite jetzt wieder ganztags in meinem Beruf und unternehme in meiner Freizeit viel mit Kollegen und Freunden. Mein Mann tut mir leid, aber ich weiß nun, dass ich ihm nicht helfen kann, er muss es selber schaffen.“

E-Mail vom 14.07.2010 von I. (weiblich) (Der Brief wurde etwas gekürzt.)

Depressionen im Freundeskreis

Mein Freund leidet seit Jahren unter schweren Depressionen. Doch was kann man tun? Wie kann man als Außenstehender helfen? Mir war es immer wichtig, ihn zu nichts zu drängen, sondern ihm die Zeit zu geben, die er brauchte. Wir haben lange Gespräche geführt, ich habe zugehört und Verständnis gezeigt. Wenn es ihm schlecht ging, war ich jederzeit für ihn da, machte ihm Mut und schenkte ihm Trost. Mein Freund konnte sich mir immer besser öffnen und merkte, dass es gut tut nicht mehr über Tabuthemen zu schweigen. Es half ihm sehr, nicht mehr allein zu sein und sich nicht mehr in seinem Schmerz zu vergraben.

Auszug aus einer E-Mail vom 05.01.2011 von S.

Al-Anon-Gruppe

Für mich als Angehörige eines alkoholabhängigen Mannes ist es immer wieder hart mit Hoffnung und Rückschlägen umzugehen. Mir hat vor allem die Al-Anon-Gruppe, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige, sehr geholfen.

E-Mail von B. (weiblich, 13.07.2011)

 

Erfahrungen in Klinken

Kliniken
Ihre Erfahrungen – Blog

Hier können Sie als Leser dieser Homepage anderen Interessierten von Ihren Erfahrungen im Bereich der Psychosomatischen Kliniken berichten, unabhängig davon, in welcher Einrichtung Sie diese gesammelt haben.

Bad Bramstedt

Ich war 2007 in der Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt wegen Depressionen. Meine Bezugstherapeutin war zwar noch in der Ausbildung und vielleicht nicht so erfahren, aber ich habe einen guten Draht zu ihr gehabt und mir hat der Aufenthalt sehr geholfen. Es gab super leckeres Essen, schöne Zimmer und ziemlich viele Sportangebote. Meine Mitpatienten waren unterschiedlich zufrieden, aber Leute, die die ganze Zeit meckern, gibt es ja immer. Mein Gesamturteil: Empfehlenswert.

E-Mail vom 12.02.2010 von S. (weiblich)

Kommentar zu Bad Bramstedt

Ich war auch in der Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt und war ebenfalls rundum zufrieden. Ich hatte eine super nette Bezugstherapeutin, mit der ich gut reden konnte. Die Psychotherapie hat mir die Augen geöffnet, mir ist vieles klarer geworden, sowohl in den Einzel- als auch den Gruppentherapien. Außerdem haben wir dort eine Medikamenteneinstellung gemacht. Ich musste zwar einiges ausprobieren, habe jetzt aber endlich ein Antidepressivum gefunden, was mich stabilisiert und mir dabei hilft, die depressiven Phasen besser auszuhalten.

E-Mail vom 05.05.2011 von G. (männlich)

Curtius-Klinik in Malente

Vor einem Jahr war ich 6 Wochen in der Curtius-Klinik in Malente . Mir hat die Therapie dort sehr geholfen. Ich war schon in mehreren Kliniken und diese ist mit Abstand die Beste, meiner Meinung nach. Alle waren total nett zu mir. Ich habe fast das Gefühl gehabt, dort ein neues zu Hause zu finden und habe auch immer noch Kontakt zu Ehemaligen. Es ist mit meiner Hausärztin geplant, dass ich eine Art Auffrischungstherapie dort machen soll, und ich freue mich schon drauf.

E-Mail vom 08.04.2010 von K. (männlich)

Die Psychosomatische Klinik in Bad Bramstedt ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, während der Schwerpunkt der Curtius-Klinik in Bad Malente tiefenpsychologisch ist. (M. Hofmann)

Bericht über einen Aufenthalt in der Ameos Klinik Bremen

2006 bemühte ich mich um einen Platz zur stationären Therapie in der Ameos Klinik in Bremen. Nach dem relativ kurzen Vorgespräch gab es nur drei Wochen Wartezeit bis zur Aufnahme. Mein Aufenthalt betrug sechs Wochen: Da ich unter rezidivierenden Depressionen leide, wurde ich auf die Station A4 gelegt, welche verhaltenstherapeutische Methoden anwendet.

Sehr zufrieden war ich mit dem Umgang unter den Patienten – wir haben uns alle gut verstanden und respektvoll behandelt. Wenn jemand dringend ein Gespräch gesucht hat, ließ sich immer jemand mit einem offenen Ohr finden! Im Gegensatz dazu gab es nur selten ertragreiche Einzelgespräche bei den Bezugstherapeuten, vor allen Dingen auch, weil diese des Öfteren wegen Krankheit nicht anwesend waren und es keine Vertretung gab. Insgesamt bekam ich den Eindruck, dass die Gespräche mit den Therapeuten für akute Krisen geeignet waren, aber zu keiner dauerhaften Problembewältigung führen konnten, da sie nicht langfristig lösungsorientiert waren.

Begeistert hat mich hingegen das vielseitige Sport- und Therapieangebot: Qui Gong, Bewegungstherapie und Schwimmen waren ebenso wie progressive Muskelentspannung und Atemtherapie feste Bestandteile des Programms. Massagen, Ergotherapie, Selbstsicherheitstraining und Vorträge zu psychischen Erkrankungen rundeten das Angebot perfekt ab.

Mir hat der Aufenthalt in der Klinik dabei geholfen mit einer anderen Sichtweise auf meine Erkrankung zu schauen und wieder aktiver am Leben teilzunehmen. Damit meine ich, dass es mir inzwischen wieder leichter fällt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und somit ein Stück weit aus der Isolation herauszukommen. Ich habe gelernt, anders an meine Probleme heranzugehen und mit mehr Gelassenheit durch mein Leben zu gehen. Durch die für mich neue Tagesstruktur (jeden Tag rechtzeitig aufstehen, frühstücken, pünktlich zu den Therapien erscheinen, etc.) habe ich wieder neuen Antrieb bekommen, durch den ich den Alltag ohne allzu große Überforderung meistern kann.

Alles in allem war ich sehr zufrieden in der Ameos Klinik, auch wenn ich bei meinem nächsten Klinikaufenthalt lieber eine andere Station ausprobieren würde.

E-Mail vom 14.11.2010 von I. (weiblich)

Kommentar zur Ameos Klinik Bremen

2009 war ich für einige Wochen in der Ameos Klinik in Bremen und habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Einzelgespräche nahezu überflüssig waren. Meine Bezugstherapeutin war nicht mein Typ und ist nicht ausreichend auf mich eingegangen. Die Stimmung unter den Patienten war dafür super und auch die Gruppentherapien und das restliche Angebot waren klasse. Haben einige Parties zusammen gefeiert und ewig geredet bis spät nachts. Ich habe ganz neue Tipps für meine Probleme bekommen und auch über mich selbst viel Neues erfahren. Ich würde auf jeden Fall wieder dort hingehen und kann die Klinik nur empfehlen!

E-Mail vom 19.06.11 von C. (weiblich)

Bericht über einen Aufenthalt in der HELIOS Klinik Bad Grönenbach

Vor einigen Jahren war ich für zweieinhalb Monate in der HELIOS Klinik Bad Grönenbach. Da ich unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung mit posttraumatischer Belastungsstörung leide und aufgrund dessen immer wieder mit psychosomatischen Erkrankungen zu kämpfen habe, wurde mir diese Klinik von meinem Psychiater empfohlen.

Nachdem ich fast ein halbes Jahr auf einen stationären Therapieplatz warten musste, hatte ich im Sommer 2005 endlich mein Aufnahmegespräch, bei dem mir alles ausführlich erklärt wurde. Sehr gut getan hat mir, dass ich von meinen Mitpatienten sehr herzlich aufgenommen wurde und sich schnell gute Gespräche ergeben haben. Diese waren allerdings auch nötig, da es pro Woche nur ein einziges Einzelgespräch bei dem jeweiligen Bezugstherapeuten gab. Die Gespräche dauerten circa 20 bis 30 Minuten und waren somit nahezu überflüssig! In so kurzer Zeit kann man nicht ausreichend in die Tiefe gehen, was bei meinem Krankheitsbild jedoch von Nöten ist.

Als sehr positiv habe ich hingegen die Gruppentherapien empfunden, da dort jeder von seinen Erfahrungen berichten konnte und man so andere Sichtweisen kennengelernt hat und auf andere Methoden der Problembewältigung aufmerksam wurde. Insgesamt war das Therapie-Programm sinnvoll aufgebaut, da es anfangs eine lange Stabilisierungsphase gab, in welcher man lernen sollte sich selbst aufmerksamer wahrzunehmen. Dadurch wurde es einfacher die eigenen Gefühle kennenzulernen und Bedürfnisse schneller zu erkennen und zu befriedigen. Nach einiger Zeit hatte ich mir ein routiniertes Verfahren dafür angeeignet, welches mir sehr geholfen hat! Durch die intensiven Gespräche und den engen Kontakt zu meinen Mitpatienten lernte ich mich selbst wieder schätzen.

Später gab es dann eine Aufarbeitungsphase, in welcher man mit seinen Traumata konfrontiert werden sollte. Begeistert war ich davon nicht, da es für mich nicht hinreichend in die Tiefe ging – ich bin nicht an meine Traumatisierungen herangekommen und konnte sie somit auch nicht aufarbeiten. Ging es mir sehr schlecht, war leider auch nicht immer ein Pfleger oder Therapeut an meiner Seite – ich war also oft auf mich selbst gestellt.

Im Großen und Ganzen war ich während meines Klinikaufenthaltes zufrieden, nur fehlte es mir teilweise an Intensität, was die Aufarbeitung meiner Traumata und den Kontakt zu den Therapeuten anging.

E-Mail vom 06.02.11 von W. (weiblich)

Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont

Seit meinem 15. Lebensjahr leide ich unter einer Angststörung, die über die Jahre immer schlimmer wurde und mit chronischen Kopfschmerzen einher ging. Dass die Schmerzen ein psychosomatisches Symptom sind, hat niemand erkannt, bis ich wegen der zunehmenden Ängste und Kontrollzwänge in die Psychosomatische Klinik in Bad Pyrmont ging. Ich hatte dort zwei tolle Bezugstherapeuten, die schnell Zugang zu mir und meinem Inneren gefunden haben. Zusammen haben wir die Ursprünge und Hintergründe meiner Ängste analysiert. Dadurch konnte ich viel über mich lernen, Zusammenhänge erkennen. Es gab verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Gruppen, in denen wir viele gute Tipps bekommen haben, die wir auch im alltäglichen Leben anwenden und üben können. Dazu gehören Entspannungsverfahren, mehr Achtsamkeit, wodurch man wieder eine bessere Körperwahrnehmung bekommt, und andere Rehabilitationsmaßnahmen. Nach einigen Wochen waren meine Ängste abgeschwächtund auch die Kopfschmerzen hatten sich reduziert. Leider wurde ich frühzeitig als „gesund“ aus der Klinik entlassen, was ich immer noch nicht nachvollziehen kann. Von anderen ehemaligen Patienten habe ich gehört, dass ihnen ähnliches passiert sei. Davon abgesehen gefiel mir der Aufenthalt in Bad Pyrmont sehr gut, weil ich vieles über mich lernen und mich somit besser verstehen konnte und weil meine Symptome nachgelassen haben. Toll war außerdem der Kontakt zu meinen Mitpatienten. Gleich am Aufnahmetag bekam ich einen „Paten“ zugewiesen, der mir die Klinik gezeigt hat. So bin ich schnell mit den anderen Patienten ins Gespräch gekommen und hatte keine Probleme Anschluss zu finden. Falls ich noch einmal in eine Klinik gehe, wird es auf sicher wieder diese sein.

Brief vom 03.05.11 von C. (weiblich)

Burghof-Klinik

Seit einigen Jahren gehe ich wegen meiner Borderline-Persönlichkeitsstörung zu einem Verhaltenstherapeuten. Die Therapie empfinde ich als hilfreich, doch Ende 2009verschlechterte sich mein psychischer Zustand gravierend. Mir wurde dringend zu einem Klinikaufenthalt geraten, wozu ich mich letzten Endes trotz meiner Ängste überwunden habe. Anfang 2010 war ich also für ca. 12 Wochen in der Burghof-Klinik in Rinteln. Die ersten zwei bis drei Wochen fiel es mir sehr schwer über das, was in mir vorgeht und mich beschäftigt, zu sprechen. Es lag nicht an der Klinik oder den Menschen dort, sondern an mir selbst: Ich bin es nicht gewohnt von meinen Problemen und Gefühlen zu erzählen, habe versucht alleine damit zurecht zu kommen.

Dies war sicher einer der Gründe, weshalb ich in die Klinik gegangen bin. Ich war positiv überrascht, dass ich mich mit der Zeit immer besser mitteilen konnte und langsam aber sicher meine Blockaden überwinden konnte.

Viele meiner Mitpatienten waren nicht das erste Mal in einer Klinik, wussten also, was auf sie zukommen würde und konnten mir deshalb meine Ängste nehmen, indem sie ihre Erfahrungen mit mir geteilt haben. Das war ein wichtiger Aspekt für mich: Hätten wir als Patienten nicht zusammengehalten und uns gegenseitig unterstützt, wären die Wochen in der Klinik sehr anstrengend und sicher nicht so erfolgreich gewesen.

Meine Bezugstherapeutin in der Burghof-Klinik war sehr verständnisvoll und hat mich nie dazu drängen wollen, etwas zu erzählen. Sie sagte, dass es mich nicht weiterbringen wird, wenn ich ihr zuliebe über meine Sorgen sprechen würde, sondern dass dies von mir selbst ausgehen muss – mein eigener Wunsch, mein eigenes Bedürfnis. Wenn ich noch nicht reden kann, dann ist es eben noch nicht an der Zeit. Die Gespräche mit ihr haben mir ein gutes Gefühl gegeben, weil sie mich nicht unter Druck gesetzt hat. Damit hätte ich in einer Klinik nicht gerechnet, sondern eher, dass es von Anfang an „losgehen“ soll, sprich dass ich sofort anfangen muss zu erzählen, da ein Aufenthalt in einer solchen Einrichtung sonst keinen Sinn machen würde. Die Therapien waren meiner Meinung nach gut auf die einzelnen Patienten ausgerichtet, sodass jeder auf seine Kosten gekommen ist. Ich habe z.B. gelernt wie man „Nein“ sagt, Entscheidungen trifft, ohne dabei impulsiv oder zu emotional zu reagieren. Das verhaltenstherapeutische Konzept gefiel mir gut, weil ich dadurch sehr viel lernen und ausprobieren konnte. Mir wurde beigebracht, dass ich meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse wichtig nehmen und ausleben soll, anstatt immer zu versuchen den Forderungen meiner Mitmenschen gerecht zu werden. Ebenso war es mir nach meinem Klinikaufenthalt möglich Belastungssituationen rechtzeitig zu erkennen und meine Stresstoleranz durch Entspannungsverfahren und die Übungen aus dem Fertigkeitsprogramm zu erhöhen.

Ich kann diese Klinik mit gutem Gewissen weiterempfehlen!

E-Mail vom 04.04.11 von L. (weiblich)

Klinik Windach

Meine Psychotherapeutin riet mir dazu in eine Klinik zu gehen, damit ich meine Traumatisierungen besser aufarbeiten kann. 2010 war ich dann wegen meiner PTBS in der Psychosomatischen Klinik in Windach. Es gab viele Angebote, die mir gefallen hätten, aber da ich gerade in der Stabilisierungsphase war, meinten die Ärzte, dass mich dies zu sehr vom Wesentlichen ablenken würde. Eigentlich klingt das sinnvoll, aber da sich die Pfleger und Therapeuten nie wirklich einig waren, hat mich das nur noch mehr verwirrt. Sowieso wusste A nicht was B macht oder hatte eine andere Meinung, die Organisation war zum Teil miserabel. Die Therapien selbst waren aber hilfreich und die Zimmer waren deutlich schöner als in anderen Kliniken. Ich bin froh, dass ich in dieser Klinik war, weil ich nach dem Aufenthalt viel stabiler und belastbarer war. Meine Mitpatienten haben mir die gleiche Rückmeldung gegeben und waren alle sehr freundlich. Der Austausch mit ihnen hat mir immer gut getan und zu einigen habe ich immer noch Kontakt.

E-Mail vom 06.06.2011 von M. (weiblich)

Asklepios Klinik Nord

Meine Erfahrungen mit der Asklepios Klinik Nord in Hamburg sind leider alles andere als gut. Schon wenige Tage nach der Aufnahme hatte ich das Gefühl, dass die Patienten vom Personal unterschiedlich behandelt werden. Einige Mitarbeiter haben auf mich keinen kompetenten Eindruck gemacht, da sie manch einen bevorzugt und andere wiederum benachteiligt haben. Gerade wenn man unter Depressionen leidet, darf so etwas nicht vorkommen, da man sich durch ein solches Verhalten schnell wertlos fühlt und noch tiefer in den negativen Gedanken versinkt. Darüber hinaus sollten die Pfleger auf der Station nicht zeigen, wenn sie schlecht gelaunt sind, weil sich dies schnell auf die Patienten auswirkt. Ebenso wenig hat mich die Ausstattung der Zimmer beeindruckt: Ich hatte dort viel zu wenig Platz für meine Sachen, dabei hatte ich im Grunde genommen nur die Dinge dabei, die man in den Wochen des Klinikaufenthaltes auch wirklich braucht. Alles in allem würde ich die Klinik nicht weiterempfehlen – ich zumindest habe mich dort nicht wohl gefühlt und fand es deshalb schwierig an mir zu arbeiten geschweige denn mich überhaupt zu öffnen. Das einzig Gute waren die Mitpatienten auf der Stationen, die sich ähnlich gefühlt haben wie ich. Die Gespräche unter den Patienten waren für mich wertvoller als die mit den Therapeuten, zum einen weil ich mich nicht ernst genommen gefühlt habe, zum anderen weil in akuten Notfällen nicht immer jemand ansprechbar war.

E-Mail vom 03.07.2011 von M.

Klinik am Homberg in Bad Wildungen

Ich war schon in verschiedenen psychiatrischen Kliniken, als letztes in der Klinik am Homberg in Bad Wildungen. Bisher habe ich mich dort am wohlsten gefühlt, allein schon von der Umgebung her. Der Kurort ist wunderschön, man fühlt sich fast als wäre man im Urlaub. Die ersten Tage in der Klinik waren zwar nicht einfach für mich, da ich sehr schüchtern war und es mir ziemlich schlecht ging, aber es hat nicht lange gedauert bis ich guten Kontakt zu meinen Mitpatienten hatte und von meinen Problemen erzählen konnte. Die Therapeuten in Bad Wildungen sind kompetent und haben wirklich Ahnung von dem, was sie tun – das ist leider nicht in jeder Klinik der Fall. Wenn es mir schlecht ging, konnte ich auch außerhalb der regulären Therapien, sogar spät abends, zu den Pflegern auf der Station gehen. Es war immer ein Ansprechpartner da, der sich Zeit genommen und zugehört hat. Das hat mir gut getan, weil ich so etwas aus meinem privaten Umfeld gar nicht kenne. In der Klinik bekam ich Verständnis, habe mich mit meinen Problemen ernst genommen gefühlt und gute Ratschläge von den Mitarbeitern bekommen. Auch die Gruppentherapien haben mich weitergebracht, weil der Erfahrungsaustausch sehr intensiv war. Die Gespräche waren nicht oberflächlich, sondern gingen richtig in die Tiefe, weshalb dort auch viel geweint wurde. Das war aber in Ordnung und keiner brauchte Hemmungen zu haben oder sich dafür zu schämen, da alle mit Verständnis reagiert haben und weil weinen schließlich die Seele befreit. Ich war während des gesamten Aufenthaltes sehr offen und bereit etwas an meinem Verhalten und an meinen Reaktionen zu verändern. Diese Einstellung hat es mir leichter gemacht Hilfe anzunehmen und somit auch deutliche Erfolge zu erzielen. Davon abgesehen habe ich mich gefreut, dass auch die Zimmer nett eingerichtet waren und das Essen so gut war – in anderen Kliniken habe ich meist schlechtere Erfahrungen damit gemacht. Ich kann die Klinik am Homberg jedem empfehlen, der an sich arbeiten möchte und seinen Problemen mit einer anderen Haltung begegnen können möchte.

E-Mail vom 15.07.2011 von K. (männlich)

Kommentare / Antworten zu bereits vorhandenen Berichten

Kommentar zur Asklepios Klinik Nord

Schade, dass Du so schlechte Erfahrungen in der Asklepios Klinik Nord gemacht hast. Mein Aufenthalt in dieser Klinik war richtig gut und hat mir sehr weitergeholfen. Besonders gefallen haben mir die kreativen Therapien wie Theater, Kunst und die Ergotherapie. Mir ging es viel besser als ich die Klinik verlassen habe, weil ich endlich wieder eine gute Tagesstruktur hatte und gelernt habe, meine Emotionen durch künstlerisches Schaffen auszudrücken.

E-Mail vom 10.08.11 von R.

Bericht über eine Kur in der Panoramaklinik Scheidegg

2008 war ich in der Panoramaklinik und bin begeistert. Das Beste fand ich die große Offenheit und Zusammenarbeit der Teams. Ich fühlte mich als Mensch so wie ich bin akzeptiert und hatte zum ersten Mal nicht das Gefühl, dass man mich als Person ändern möchte. Die Klinik ist eine Privatklinik.

(E-Mail von G., männlich, Oktober 2011)

Schönklinik Bad Arolsen

Seit ich in Arolsen war, geht es mir viel, viel besser. Super Ärzte und Therapeuten, nette Gegend, rundum zufrieden. Hatte auch Glück mit den Mitpatienten. Kann ich nur weiterempfehlen. Soll die Beste der Schönkliniken sein. Die anderen kenne ich aber nicht.

(M., männlich, Oktober 2011)

Kommentar zur Curtius-Klinik

Ich bin wegen Bulimie in der Curtius-Klinik gewesen im letzten Jahr und kann die Klinik nur weiter empfehlen. Das Konzept hat mir total gut gefallen. Das ganze Haus und die Zimmer sind auch wunderschön. Habe mich dort wohlgefühlt. Vorher hatte ich furchtbare Angst, in ein so eine Einrichtung zu gehen.

(Kommentar von H., weiblich, November 2011)

Kommentar zu den Kliniken allgemein

Das ist ja schön, dass es vielen so viel besser gegangen ist. Ich kann das gar nicht bestätigen und war schon in vier Kliniken wegen meiner Depressionen. Vielleicht waren es nicht die Kliniken selbst, aber dieses ewige Schöngerede von der Zukunft und was man zu Hause alles umsetzen will und dann die ganzen Schuldzuweisungen an andere. Wenn man ein paar Monate später mit den Leuten telefoniert, dann machen die meisten den gleichen Mist, den sie vorher gemacht haben, und es hat sich null geändert. Den meisten geht es meiner Erfahrung nach nicht wirklich besser.

(Kommentar von A., weiblich, Dezember 2011)

Kommentar zu den Kliniken allgemein

Einige der psychosomatischen Kliniken beschäftigen auch angehende Psychotherapeuten in der Ausbildungsphase. Das heißt, die psychotherapeutische Behandlung wird nicht von approbierten Psychotherapeuten durchgeführt. Während einige dieser meist jungen Kollegen vorbildliche Arbeit leisten, kommt es bei anderen gelegentlich zu Falschbehandlungen bzw. Kunstfehlern, aufgrund der sich die Symptomatik verschlimmern kann, oder auch zu anderen Fehleinschätzungen oder Fehlern.

Klinkliste

Klinikliste – Psychosomatische Kliniken im norddeutschen Raum

Zunächst einige Worte zum Hintergrund und Sinn psychosomatischer Kliniken: Viele Menschen, die unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen, dem Borderline-Syndrom oder Angst- und Persönlichkeitsstörungen leiden, haben zusätzlich mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Diese werden als psychosomatische Erkrankungen bezeichnet und sind physische Reaktionen auf den belastenden seelischen Zustand.

Psychosomatische Symptome sind auf ungelöste Konflikte, unterdrückte Gefühle wie Wut und Angst sowie auf unverarbeitete Traumata zurückzuführen. Der Betroffene wird vom Körper in Form von Schmerzen und weiteren Begleiterscheinungen gewarnt und auf die psychische Verfassung aufmerksam gemacht. Zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen zählen (chronische) Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufprobleme sowie Schlafstörungen, Schwindelgefühle und Muskelverspannungen.

In Psychosomatischen Kliniken wird den körperlichen Symptomen auf den Grund gegangen: In enger Zusammenarbeit mit Fachärzten für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychiatrie arbeiten die Patienten die Auslöser der Beschwerden heraus. Gespräche mit Psychologen, Pädagogen und Krankenpflegern helfen den Betroffenen dabei, die Ursprünge zu erkennen und geeignete Behandlungskonzepte zu entwickeln. Durch das Analysieren der tragenden Problematik können individuell an den Patienten angepasste Strategien eingesetzt werden.

Durch verhaltenstherapeutische Praktiken soll der Erkrankte lernen seine Stresstoleranz zu erhöhen und Belastungssituationen mit einer entspannteren Haltung zu begegnen.

Methoden zur Bekämpfung oder Verbeugung psychosomatischer Erkrankungen sind neben Kunst-, Gestaltungs- und Körpertherapien Entspannungsübungen, welche in Belastungssituationen angewendet werden und z.B. das Entstehen von Schmerzen durch Muskelverspannungen verhindern können. Zu Beginn der Therapie in einer Psychosomatischen Klinik ist es bei manchem Patient von Nöten Medikamente einzunehmen. Diese sollen bei der Stabilisierung helfen, damit der Erkrankte überhaupt therapierbar ist. Werden deutliche Erfolge sichtbar, können die Medikamente (z.B. Antidepressiva, Neuroleptika oder Muskelrelaxantien) reduziert oder abgesetzt werden.

Wie lange ein Patient in einer Psychosomatischen Klinik therapiert wird, hängt von seiner Stabilität, der Bereitschaft zum Mitarbeiten und der Intensität der Symptome ab. In der Regel zieht sich die Therapie über einen Zeitraum von sechs bis zehn Wochen hin; eine Kurzzeittherapie beschränkt sich auf zwei bis vier Wochen. Je nach der psychischen Verfassung des Patienten und der erzielten Erfolge entscheidet das Fachpersonal der Einrichtung gemeinsam mit dem Patienten über die Aufenthaltsdauer.

Internetverweise auf mehrere regionale Kliniken

Klinikliste

(nach Postleitzshl geordnet)

Beschreibung

Adresse

Telefonnummer

AHG Fachklinik Waren

Psychosomatisches Behandlungszentrum an der Müritz

Auf dem Nesselberg 5

17192 Waren

01803 / 244142-0

Medizinische Fakultät der Universität Rostock

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin

Gehlsheimer Str. 20

18147 Rostock

0381 / 49496-61

Fachzentrum Falkenried: Stressmedizin Hamburg

Private Ambulanz und Tagesklinik für Psychosomatik & Psychotherapie

und

Blomenburg Privatklinik

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Lehmweg 17

20251 Hamburg

Burgstraße 1

24238 Selent

040 41343430

 

 

 

 

 

 

 

 

04384 / 3370114

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Universitäre Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Martinistr. 52

20246 Hamburg

040 / 7410-0

Krankenhaus Ginsterhof

Psychosomatische Klinik

Metzendorfer Weg 21

21224 Rosengarten

04108 / 598-0

Schön Klinik Hamburg Eilbeck

Fachabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie

Dehnhaide 120

22081 Hamburg

040 / 2092-72

Asklepios Klinik Nord

Diagnostik und Therapie psychischer und psychosomatischer Erkrankungen

Langenhorner Chaussee 560

22419 Hamburg

040 / 181887-0

Asklepios Westklinikum Hamburg

Fachabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie

Suurheid 20

22559 Hamburg

040 / 8191-25

Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus Lübeck

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Ratzeburger Allee 160

23538 Lübeck

0451 / 500-2307

Klinik Buchenholm, Vital-Kliniken

Psychosomatik und Psychotraumatherapie für Menschen mit PTBS

Plöner Str. 20

23714 Bad Malente

04523 / 987-0

Curtius-Klinik

Psychosomatische Medizin

Neue Kampstr. 2

23714 Bad Malente

04523 / 407-0

Segeberger Kliniken

Herzzentrum & Psychosomatische Medizin

Am Kurpark 1

23795 Bad Segeberg

04551 / 802-0

Zentrum für Integrative Psychiatrie

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Niemannsweg 147

24105 Kiel

0431 / 9900 – 2652

Schön Klinik Bad Bramstedt

Klinik für Medizinische Psychosomatik

Birkenweg 10

24576 Bad Bramstedt

04192 / 504-0

Fachklinik Freudenholm-Ruhleben

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Missionsweg 3

24306 Bösdorf

Telefon 0 45 22 / 789-0

SCHLEI-Klinikum Schleswig FKSL

Psychiatrie und Psychsomatische Medizin

Am Damm 1

24837 Schleswig

04621 / 83-0

Klinikum Itzehoe

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin

Robert-Koch-Str. 2

25524 Itzehoe

04821 / 772-0

Fachkliniken Nordfriesland

Therapiezentrum für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

 

Kirchenstrasse 2

25821 Breklum

04671 / 408-0

Klinikum Oldenburg

Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie

Rahel-Straus-Straße 10

26133 Oldenburg

0441 / 403-10062

Klinikum Emden

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Bolardusstraße 20

26721 Emden

04921 / 98 1475

AMEOS Klinik Dr. Heines

Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Rockwinkeler Landstr.110

28325 Bremen

0421 / 4289-0

Klinikum Bremen Ost

Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Züricher Straße 40

28325 Bremen

0421 / 408 1588

Seepark Klinik

Fach- und Rehabilitationsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Sebastian-Kneipp-Str. 1

29389 Bad Bodenteich

05824 / 21-0

Psychiatrische Klinik Uelzen

Abteilung für Psychosomatische Medizin

An den Zehn Eichen 50

29525 Uelzen

0581 / 3 89 5- 0

Caduceus-Klinik

Fachkrankenhaus für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Niendorfer Weg 5

29549 Bad Bevensen

05821 / 9775-0

Henriettenstiftung

Klinik für Psychosomatik am Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung

Marienstraße 72-90

30171 Hannover

0511 / 289-0

Medizinische Hochschule Hannover

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Carl-Neuberg-Str. 1

30625 Hannover

0511 / 532 6569

Burghof-Klinik

Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Ritterstraße 19

31737 Rinteln

05751 / 940-0

AHG Psychosomatische Klinik Bad Pyrmont

Spezialklinik für Psychotherapie und Psychosomatik

Bombergallee 10

31812 Bad Pyrmont

05281 / 619-0

Deister-Weser-Klinik

Rehabilitations- und Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin

Lug ins Land 5

31848 Bad Münder

05042 / 600-0

Krankenhaus Lübbecke, Mühlenkreiskliniken

Fachabteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Virchowstraße 65

32312 Lübbecke

05741 / 350

Sanatorium Dr. Barner

Psychsomatische Fachklinik

Dr. Barner Str. 1

38700 Braunlage

05520 / 804-0

Diakonie-Krankenhaus Elbingerode

Fachbereich für Psychosomatik und Psychotherapie

Brockenstraße 1

D-38875 Elbingerode

039454 / 82 00 00

AWO Fachkrankenhaus Jerichow

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Neurologie und Psychosomatische Medizin

Johannes-Lange-Str. 20

39319 Jerichow

039343 / 92-0

SALUS Fachklinikum Uchtspringe

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Emil-Kraepelin-Str. 6

39576 Stendal

039325 / 70203

Fliedner Krankenhaus Ratingen

Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Thunesweg 58

40885 Ratingen – Lintorf

02102 / 303-303

Universitätsklinikum Münster

Station für Psychosomatik und Psychotherapie

Albert-Schweitzer-Str. 11

48129 Münster

0251 / 83 55681

Marienhospital Steinfurt

Fachabteilung für Psychosomatik

Pohlstr. 21

48366 Laer

02554 / 180

AMEOS Klinikum Osnabrück

Klinik für Psychosomatische Medizin

Knollstr. 31

49088 Osnabrück

0541 / 313 100

LWL-Klinik Lengerich

Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Parkallee 10

49525 Lengerich

05481 / 12-0

Christliches Krankenhaus Quakenbrück e.V.

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Danziger Straße 2

49610 Quakenbrück

05431 / 15-0

Sollte ich eine der vorhandenen Kliniken nicht mit aufgeführt haben, bin ich dankbar für entsprechende Hinweise. Haben Sie Erfahrungen in einer Psychosomatischen Klinik sammeln können, freue ich mich, wenn Sie mir darüber schreiben.